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24. November 2017 | 18:03 Uhr

Stadt soll Gedenken organisieren

vom

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erstellt am 04.Mär.2012 | 09:22 Uhr

Rostock | Eine zentrale, öffentliche Gedenkveranstaltung der Hansestadt Rostock für die Opfer des Nationalsozialismus soll es ab 2013 geben. Die FDP-Mitglieder in der Rostocker Bürgerschaft wollen einen entsprechenden Antrag für die Sitzung am Mittwoch zur Abstimmung stellen.

"In der Hansestadt Rostock findet nach wie vor - im Gegensatz zu vielen anderen Städten - immer noch keine jährliche, zentrale Gedenkfeier am 27. Januar statt", heißt es in der Begründung zum Antrag. Dabei gebe es in der Bevölkerung Interesse daran. Am Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz ist in Deutschland ein gesetzlich verankerter Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. 2005 erklärten die Vereinten Nationen den Tag zum Internationalen Holocaust-Gedenktag.

Erst vor wenigen Wochen hatte die FDP heftige Kritik an der bislang in Rostock existierenden Gedenkfeier an diesem Datum gegeben. Sie wird seit 1996 von der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) organisiert. Der Vorwurf der Liberalen: Die Losung der Veranstalter laute "Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!" - und damit würden die Opfer des Holocaust für linkspazifistische Zwecke missbraucht. "Man muss der Opfer gedenken, aber damit darf man keine Politik machen", sagte FDP-Bürgerschaftsmitglied Dr. Rolando Schadowski.

Er und seine Mitstreiter meinen: "Nur unter der Bedingung, dass die Hansestadt Rostock als Hauptverantwortliche eine solche Gedenkveranstaltung durchführt, kann dem Gedenken aller Opfer des NS-Regimes ein angemessener Rahmen gegeben werden."

Der Vorschlag einer zentralen Feier stößt auch beim VVN-BdA auf Zustimmung. "Es wird höchste Zeit, dass die Stadt sich an der Organisation beteiligt", sagt die stellvertretende Vorsitzende Marie-Louise Hänsel. Schon häufig hätte der Verein Bitten an die Stadt gerichtet, sich zu beteiligen - doch die Schreiben blieben immer unbeantwortet. "Es kann nicht sein, dass unsere Mitglieder mit ihren Beiträgen die Beschallung für die Veranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus bezahlen", so Hänsel. Die 72 Mitglieder des Vereins sind zum Teil sehr betagt, einige haben die Zeit des Nationalsozialismus im Exil überlebt und sind nach dem Zweiten Weltkrieg nach Rostock zurückgekehrt. Einer zentralen Veranstaltung der Stadt würde sich der VVN-BdA gerne anschließen.

Auch die Vorsitzende der Linksfraktion, Eva-Maria Kröger, hält den Vorschlag für unterstützenswert. "Je mehr Menschen sich diesen Tag bewusst machen, umso besser", sagt sie. Zustimmung auch von der Hochschulgruppe der deutsch-israelischen Gesellschaft: "In diesem Rahmen kann ein würdiges Gedenken aller Opfer des Faschismus bestmöglich gewährleistet werden", so Sprecher Daniel Leon Schikora.

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