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Theater unter Sparzwang : Stadt Rostock und Land einigen sich

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Die Verwaltung und das Kultusministerium wollen die Zuschüsse auf aktuellem Niveau einfrieren. Als Folge droht erneute eine Spartenschließung.

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erstellt am 06.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Horrorszenario für das Rostocker Volkstheater: Kulturministerium und Rathausspitze streben die Schließung mindestens einer der vier Sparten an. Das ist die Konsequenz aus dem Zielvereinbarungs-Entwurf für die Bühne, den die Stadtverwaltung nach massiver Kritik von Aufsichtsrat und Bürgerschaft jetzt vorgelegt hat. Zuvor hatten beide Seiten monatelang hinter verschlossenen Türen verhandelt und damit Misstrauen geweckt.

Aufsichtsratsvorsitzende Eva-Maria Kröger (Linke) sieht ihre Befürchtungen bestätigt: „Auf das Haus kommt eine Verkleinerung zu – das wollen wir nicht.“ Offen formuliert wird die angestrebte Spartenschließung in der Zielvereinbarung nicht. Dort heißt es lediglich: „Die Hansestadt und das Ministerium stimmen überein, dass der Gesamtbetrag öffentlicher Mittel für die Theaterbetreibung bis zum Jahr 2020 maximal in Höhe des aktuellen Niveaus gewährt werden kann.“ Das sind umgerechnet 16,6 Millionen Euro.

Der Haken: Derzeit verhandelt das Volkstheater mit den Gewerkschaften über einen Haustarif, steigende Personalkosten sind absehbar. Spätestens für die Jahre ab 2018 geht die Bühne von einem Mehrbedarf in Höhe von 600 000 Euro aus. Nach der jetzt angestrebten Deckelung ihrer Unterstützung könnte die Stadt dieses Defizit nicht mehr ausgleichen. Alternativ müssten anderweitig Kosten eingespart werden. Da alle anderen Möglichkeiten bereits ausgeschöpft sind, bliebe dem Theater nur die Schließung einer Sparte. Treffen würde es aller Voraussicht nach das Musiktheater.

Laut Zielvereinbarung soll die Bürgerschaft noch in diesem Jahr die Strukturveränderung beschließen. Schon am 1. Oktober steht die Vereinbarung selbst auf der Tagesordnung. Das Kulturministerium droht: Stimmt die Bürgerschaft bis Ende November nicht zu, will es einen Teil seiner Förderung für die Rostocker Bühne einbehalten. Geld, das bereits verplant und in Verträgen mit Gastschauspielern und -musikern gebunden ist.

Die künftige Struktur soll auch Grundlage für den Theaterneubau sein. Für dieses Vorhaben soll Rostock laut Zielvereinbarung bis Ende Juli 2015 einen detaillierten Zeitplan in Schwerin einreichen. Erst danach wollen Land und Stadt das Finanzierungskonzept aufstellen.

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