Stadt plant Kita-Online-Portal

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09. Mai 2013, 07:26 Uhr

Rostock | Ein neues Online-Portal soll ab Ende des Jahres die Suche nach freien Kita-Plätzen in Rostock erheblich vereinfachen. Statt wie bisher alle Einrichtungen einzeln abklappern zu müssen, reichen den Eltern dann wenige Klicks für die Unterbringung ihres Kindes. Das Portal zeigt ihnen an, wo noch freie Kapazitäten vorhanden sind, bietet einen ersten Überblick über die jeweiligen Kitas und die Möglichkeit zur Online-Voranmeldung. Die Stadt verspricht sich davon ein effizientes Wartelisten- und Betreuungs platzmanagement.

Der Jugendhilfeausschuss hat dem Vorhaben als Teil der Kita-Bedarfsplanung bereits zugestimmt. Ihr zufolge stehen in Rostock im laufenden Jahr knapp 3180 Krippenplätze und Plätze in Kindertagespflege, rund 6140 Kindergarten- sowie mehr als 4730 Hortplätze zur Verfügung. Die Auslastungsquote liegt bei mehr als 96 Prozent. Daher will die Stadt bis 2018 schrittweise weitere Plätze für alle Altersgruppen schaffen - auch, um den gesetzlichen Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern, die das erste Lebensjahr vollendet haben, abzusichern. Dieser greift ab dem 1. August. Für Rostock hat eine Befragung der Universität Dortmund einen Versorgungsbedarf von 56 Prozent in der Gruppe der Unter-Dreijährigen ermittelt. Der Planung zufolge kann diese Nachfrage dank 200 zusätzlichen Krippenplätzen bedient werden.

Für einen Ganztagsplatz in der Krippe fallen derzeit 724 Euro, im Kindergarten 387 Euro und im Hort 219 Euro an. Ein Teilzeitplatz kostet 488, 276 beziehungsweise 160 Euro. Seit 2008 sind die Entgelte damit zwischen zwei und 21 Prozent gestiegen. In der Regel teilen sich Kommune und Eltern die Kosten.

Mit der geplanten Änderung der Satzung über die Nutzung und Finanzierung der Plätze der Kindertagesförderung in der Hansestadt Rostock (Kifög-Satzung) gibt es einen neuen Sonderfall. Zwar sichert die Stadt allen Eltern einen Anspruch auf einen Ganztagesplatz zu. Die Mehrkosten müssen die Eltern aber selber tragen, da es sich um eine freiwillige Leistung der Kommune handelt. Die Änderung sei dennoch sinnvoll, sagt Frank Junghans, Chef des Amts für Jugend und Soziales. Sie helfe bei der Vermittlung alleinerziehender Elternteile in Vollzeitarbeitsstellen. Denn ohne Vollzeitstelle haben sie keinen Anspruch auf einen Ganztagsbetreuungsplatz, den widerum viele Arbeitgeber zur Voraussetzung für eine Anstellung machen. Im Ausnahmefall könnte auch das Jobcenter die zusätzlichen Kosten übernehmen, so Junghans. Die Bürgerschaft entscheidet am 15. Mai über die Satzungs-Änderung.

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