Rostock : Stadt legt die Fakten zum Tradi vor

Das Traditionsschiff: Seit Jahren wird über den besten Liegeplatz diskutiert.
Das Traditionsschiff: Seit Jahren wird über den besten Liegeplatz diskutiert.

Verwaltung fertigt Pro- und Contra-Papier zum Bürgerentscheid. Fraktionen geben erste Einschätzungen ab

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29. Juni 2017, 08:00 Uhr

Am 24. September, beim Bürgerentscheid parallel zur Bundestagswahl, müssen die Rostocker entscheiden: „Sollen das Traditionsschiff und die weiteren maritimen Ausstellungsstücke vom Standort Schmarl in den Stadthafen verlegt werden?“ Als Entscheidungshilfe soll ein neunseitiges Informationspapier dienen. Es enthält Hintergrundfakten, Pro- und Contra-Argumente, die Fraktionen und der Oberbürgermeister, der den Stadthafen bevorzugt, kommen zu Wort. Gestern wurde das Papier publik. Jetzt prüfen es die Bürgerschaftsmitglieder auf seine Objektivität, sie geben es frei.

„Wir werden uns noch mal kritisch damit auseinandersetzen“, sagt Steffen Wandschneider (SPD). Mehrheitlich sei seine Fraktion dafür, das Schiff in Schmarl zu entwickeln – aus finanziellen Aspekten und um den Stadthafen nicht der Massivität des Schiffs und des Maritimen Erlebniszentrums auszusetzen.

Die CDU-Fraktion ist geteilter Meinung. „Ich ganz persönlich würde den Stadthafen bevorzugen“, sagt Fraktionschef Daniel Peters. Er bezweifele, dass das Museum in Schmarl Zulauf fände. „Man muss sich aber auch das Finanzielle angucken.“

Parteikollegin und IGA-Aufsichtsratsvorsitzende Karina Jens ist klar für Schmarl. „Mir geht es auch darum, den Nordwesten an der Prosperität dieser Stadt teilhaben zu lassen.“ Sie hat mit dem Infopapier ihre Probleme. Bei den Kosten werden für Verholungen nur 3,7 Millionen Euro für das Traditionsschiff ausgewiesen – „nicht aber für die weiteren Ausstellungsstücke“, kritisiert sie. Es ginge ja auch um den Langen Heinrich oder auch das Betonschiff. Ein Sachverständiger habe die Kosten auf 7,5 bis 10 Millionen Euro geschätzt.

Nach der ersten Sichtung findet Eva-Maria Kröger, Fraktionsspitze der Linken, das Papier „grundsätzlich sehr neutral“. Kleinigkeiten müssten aber geändert werden, bei den Flächenangaben etwa. „An beide Standorte passt ein Schiff und ein Museum.“ Persönlich ist sie für Schmarl, ihre Fraktion habe unterschiedliche Ansichten.

Die UFR ist für den Stadthafen, dort werde das Schiff endlich gefunden, argumentiert Malte Philipp. „In dem Schiff wird so viel Geld versenkt jedes Jahr, das könnte man im Stadthafen durch Touristenströme wunderbar refinanzieren.“ Er vertraut der Verwaltung bei der Vorlage. Die hätte man sich eigentlich sparen können, sagt Sybille Bachmann (Rostocker Bund/Aufbruch 09/Graue). Die Bürgerschaft habe längst einen Beschluss gefasst – Schmarl. Der OB habe sich nur geweigert, das umzusetzen. „Und wir halten auch überhaupt nichts davon, dass man Museumsteile für zehn Millionen Euro von A nach B schiebt.“

„Ich präferiere den Standort Schmarl, würde mich aber dafür nicht verkämpfen“, sagt Uwe Flachsmeyer, Vorsitzender der Grünen, „das sollen nun die Bürger entscheiden“. Neben dem Papier sind auch drei Info- und Diskussionsveranstaltungen Mitte September geplant.

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