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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. Oktober 2017 | 03:58 Uhr

Rostock KTV : Stadt kapituliert vor Park-Chaos

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Tiefbauamtschef Heiko Tiburtius: „Wir können das Problem in der KTV nicht lösen“ / Anwohner müssen weiter ihre Runden drehen

von
erstellt am 18.Feb.2015 | 12:00 Uhr

Die KTV ist bekannt für Cafés, Kneipen und Kultur. Doch wenn der Feierabend naht, herrscht in dem Stadtteil alles andere als Partystimmung. Denn immer von 17 bis 20 Uhr ziehen frustrierte Autofahrer auf der Suche nach einem Parkplatz ihre Bahnen. „Das dauert manchmal eine halbe Stunde“, sagt Anna Bründel. Die 27-Jährige arbeitet neben ihrem Studium als Programmiererin und ist oft mit einem Dienstwagen unterwegs, den sie auch privat nutzt. Besonders in der Nähe ihrer Wohnung in der Fritz-Reuter-Straße sei die Parkplatzsuche eine Zumutung.

Doch die Stadt kapituliert. „Wir können das Problem nicht lösen“, sagt Tief- und Hafenbauamtschef Heiko Tiburtius. Im Gegensatz zu anderen Quartieren wie dem Petriviertel „tun wir uns in der KTV deshalb so schwer, weil wir als Stadt kaum über Flächen verfügen“. Aktuell gebe es aber Gespräche der Wiro mit dem Land, deren Ziel ein Parkhaus oder eine Tiefgarage an der Ecke Maßmann- und Waldemarstraße sei. Doch Bausenator Holger Matthäus (Grüne) stellt klar: „Wir müssen die Erwartungen dämpfen, diese Parkplatzproblematik ist in keiner Großstadt gelöst.“

Aus Sicht der Ortsbeiratsvorsitzenden Anette Niemeyer (Aufbruch 09) liegt der Knackpunkt gerade in der Beliebtheit der KTV. Sie sagt: „Die Einwohner werden immer mehr, aber der Platz an den Straßen bleibt gleich.“ Die Verwaltung schätzt die öffentlichen Parkplätze im Viertel auf etwa 4000. Genaue Erhebungen gebe es allerdings nicht, so Stadtsprecherin Kerstin Kanaa. Dem stehen laut Statistischem Jahrbuch etwa 6700 Autos gegenüber. Inoffiziell sind es wohl noch viel mehr: Nicht jeder, der in Rostock wohnt, meldet sein Auto auch hier an – insbesondere nicht Studenten. „Die meisten Autos haben auswärtige, nur selten Rostocker Kennzeichen“, sagt Anna Bründel.

Vom Auto-Überschuss weiß auch Anthony Kellner zu berichten. Der HMT-Student kennt die quälende Suche nach geeigneten Parklücken nur zu gut. „Es kommt mir so vor, als ob es immer schlimmer wird“, sagt der 22-Jährige. Für Anette Niemeyer ist deswegen klar, dass bald etwas passieren muss. „Ich glaube, dass nur ein Bündel von Maßnahmen die Lage entspannen kann“, sagt sie. Am Bau größerer Parkanlagen führe kein Weg vorbei.

Als möglicher Standort für ein Parkhaus oder eine Tiefgarage kommt laut Verwaltung neben der Maßmann- und Waldemarstraße auch der Ulmenmarkt in Frage. Darüber hinaus arbeitet die Stadt seit Anfang 2014 gemeinsam mit Planungsbüros und Einwohnern an der Entwicklung des Mobilitätsplans Zukunft, so Kerstin Kanaa. Darin werde auch die Parkplatznot thematisiert. Nach zwei öffentlichen Sitzungen im vergangenen Jahr soll es dazu nun im Herbst ein weiteres Forum geben. Anna Bründel hat sich mittlerweile dafür entschieden, ihren Dienstwagen nur noch in Ausnahmefällen zu nutzen: „Das ist wesentlich einfacher.“

 

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