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Gedenkwoche Rostock : Stadt erinnert an Pogrom Lichtenhagen

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Eine Gedenkwoche vergegenwärtigt die rassistischen Ausschreitungen in Lichtenhagen vor 25 Jahren

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2017 | 21:00 Uhr

Das Jahr 1992 ist vielen Rostockern stark im Gedächtnis geblieben. Um die Erinnerung an das Pogrom in Lichtenhagen aufrechtzuerhalten, hat die Arbeitsgruppe Gedenken das Konzept des dezentralen Erinnerns und Mahnens „Lichtenhagen 1992“ initiiert.

Vom 22. bis 26. August gedenkt die Hansestadt eine Woche lang den damaligen Krawallen und Gewalttaten in dem Rostocker Stadtteil. Dazu wird die Arbeit „Gestern, Heute, Morgen“ der Künstlergruppe Schaum eingeweiht. „Wir sollten an die damalige Zeit denken, aber keinen Schlussstrich darunter ziehen. Das Thema ist nicht zeitlich begrenzt, sondern es sollte im Rostocker Raum präsent bleiben“, erklärt Bürgerschaftspräsident Wolfgang Nitzsche (Linke).

An jedem Tag der Woche wird jeweils eines von den fünf Kunstobjekten der Künstler Alexandra Lotz und Tim Kellner mit den Titeln „Politik“ „Medien“, „Gesellschaft“, „Staatsgewalt“ und „Selbstjustiz“ an verschiedenen Orten aufgestellt.

„Die Künstler haben das Thema sehr gut gefasst und aufgearbeitet. ,Gestern, Heute, Morgen’ symbolisiert das Zurückschauen, das Leben im Jetzt und den Erhalt eines zukünftig friedlichen Zusammenlebens“, sagt Kulturamtsleiterin Michaela Selling. Jedes Objekt wurde individuell gestaltet und entsprechend des Titels interpretiert. So wird der Quader „Selbstjustiz“ am 26. August Sonnenblumenhaus auf einer zertrümmerten Gehwegplatte gesetzt, darauf ein loser Stein – Fehlen von Empathie und Mitverantwortung. Mit dieser Einweihung wird gleichzeitig das Ende der Gedenkwoche mit der Veranstaltung „Tag der Vielfalt“ begangen. Organisiert wird dieser vom Verein Bunt statt braun unter anderem in Kooperation mit Ralf Mucha von der Kolpin-Initiative und dem Kulturamt. Eine Fahrraddemonstration führt an die Orte der Ereignisse von 1992 und endet in Lichtenhagen. „Es werden Migranten und Betroffene rassistischer Gewalt zu Wort kommen, eine Wand gegen Rassismus präsentiert und vieles mehr. Abschließend gibt es ein buntes Bühnenprogramm, das die Vielfalt der Kulturen feiern soll“, sagt Anette Niemeyer von Bunt statt braun. Begleitend zu den Gedenktagen findet die performative künstlerische Intervention „Gedenkstücke“ statt. Die Künstler Stefan Krüskemper, Oscar Ardila und Michaela Naseoetion entwickelten mit den Rostocker Einwohnern Gesangsstücke. Diese sollen als lebendiges Gedenken im öffentlichen Raum an den Erinnerungsorten live aufgeführt werden.

 

Termine

22. August, 17 Uhr: Gedenkveranstaltung in der Marienkirche; 18.30 Uhr: Einweihung „Politik“ vor dem Rathaus

23. August, 17.30 Uhr: Einweihung „Medien“ in der Richard-Wagner-Straße 1

24. August, 17 Uhr: Einweihung „Gesellschaft“ am ehemaligen Jaz in der Hermannstraße/ Ecke August-Bebel-Straße; Schüler der Jenaplanschule stellen Ergebnisse eines Workshops vor; bis 22 Uhr kommunikativer Austausch und musikalische Beiträge

25 August, 17 Uhr: Einweihung „Staatsgewalt“ vor der Polizeiinspektion Ulmenstraße; Word Café: Austausch und Diskussion über die Geschehnisse und Herausforderung der Integration zwischen Migranten, Studenten und Auszubildenden der Polizeifachhochschule

26. August, 14 Uhr: Einweihung „Selbstjustiz“ am Sonnenblumenhaus, Höhe Mecklenburger Allee 18; 15 bis 18 Uhr: Veranstaltung „Tag der Vielfalt“; ab 18 Uhr: Musikprogramm

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