Versuchter Mord : Staatsanwältin fordert lange Haft

Vor dem Landkgericht in Rostock wird der Fall behandelt.
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Vor dem Landkgericht in Rostock wird der Fall behandelt.

Anklägerin: Murat O. soll zehn Jahre ins Gefängnis. Kfz-Schlosser habe entscheidend zum Anschlag auf Prostituierte beigetragen

svz.de von
16. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Geht es nach dem Willen der Rostocker Staatsanwältin, muss der Kölner Kfz-Schlosser Murat O. (45) wegen versuchten Mordes für zehn Jahre ins Gefängnis. Sie beschuldigt den Angeklagten der Mittäterschaft an dem brutalen Überfall auf die selbstständige Prostituierte Tatjana W. (40) in einer Modelwohnung in der Fritz-Reuter-Straße am 9. Oktober 2013. Nach einem wohl vorbereiteten Plan seien er und der bereits zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilte mehrfach vorbestrafte Kölner Drogendealer Maruf Halil M. (39) am Nachmittag des Tattages von Köln nach Rostock gefahren. Angeblich, um Drogengelder zu kassieren.

Es war verabredet, dass sich Murat O. telefonisch bei Tatjana W. als Freier ankündigt. Es wurden Handschellen gekauft, die der 45-Jährige der Kroatin anlegen sollte. Noch vor dem Eintreffen in Rostock habe sich der Angeklagte bei der 40-Jährigen erneut seines Willkommens versichert. Tatjana W. ließ ihren angeblichen Freier arglos ins Haus. Schon auf dem Bett liegend nahm er ein Telefongespräch an, begab sich dazu aber ins Wohnzimmer zurück. Nach Auffassung der Anklage öffnete Murat O. jetzt für seinen Kumpan die Wohnungstür.

Maruf Halil M. stürzte sofort auf das Bett zu und versetzte Tatjana W. 18 Messerstiche in Brust, Bauch und Oberschenkel. Der Angeklagte habe seine Kleidung ergriffen und sei nach draußen zu seinem Auto gelaufen, gefolgt von Maruf Halil M. Gemeinsam hätten sie Rostock verlassen, ohne sich um die lebensgefährlich verletzte Tatjana W. zu kümmern. Nur mit großem Glück und der Kunst der Ärzte überlebte das Opfer. Tatjana W. konnte sich schwer verletzt auf die Straße retten, wo ihr Passanten mit bloßen Händen die Wunden abdrückten und der medizinische Notdienst die Verletzte bis zu ihrem Eintreffen in der Chirurgie bei Bewusstsein hielt.

Die Staatsanwältin folgte dem Gutachten des psychologischen Sachverständigen, wonach der Angeklagte an keiner Persönlichkeitsstörung leidet, nicht intelligenzgemindert ist und damit für seine Tat voll verantwortlich. Der Kölner Verteidiger stellte gestern keinen Antrag. Ob sein Vortrag ein Plädoyer sein sollte, war nicht zu erkennen. Er setzte sein von Prozessbeginn an ungebärdiges Verhalten fort und warf dem Gericht vor, mit vielen rechtlichen Hinweisen eine gerechte Beweisführung unmöglich gemacht zu haben. Zum Schluss forderte er die Aufhebung des Haftbefehls, dem nicht entsprochen wurde. Das Urteil soll morgen fallen.

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