Glocken : St. Petri soll wieder läuten

Das Modell des Glockenstuhls wollen Hannelore Teumer und Reinhard Wegener umgesetzt sehen.
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Das Modell des Glockenstuhls wollen Hannelore Teumer und Reinhard Wegener umgesetzt sehen.

Förderverein sammelt Spenden für den Wiederaufbau zweier Glockenstühle

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15. Juli 2015, 15:00 Uhr

Wenn Stadtführer Touristen durch Rostock leiten, dann steht ein Besuch der Petrikirche meist nicht auf dem Plan. Darüber ärgert sich Hannelore Teumer. „St. Petri wird oft vergessen“, sagt sie. Teumer ist selbst Stadt- und Kirchenführerin, weiß also, wovon sie spricht. Dabei sei St. Petri die älteste erhaltene Kirche Rostocks und mit ihrem 177 Meter hohen Turm prägend für die Silhouette der Stadt. Die Ausstattung des Gotteshauses ist vergleichsweise schlicht.

Im Zweiten Weltkrieg fiel das meiste den Bombenangriffen zum Opfer. Aber St. Petri gehörte sowieso nie zu den reichen Kirchen der Stadt, berichtet Teumer. Während die Marienkirche und St. Jakobi prächtig ausstaffiert waren, spiegelte die Einrichtung der Petrikirche das Leben der einfachen Menschen wider, die rund um das Gotteshaus wohnten. „Die Orgel allerdings soll noch besser gewesen sein als die in der Marienkirche“, sagt Teumer. Doch das Instrument fiel ebenso dem Bombenfeuer zum Opfer wie die Empore, auf der es stand.

Dafür, dass St. Petri erhalten bleibt und möglichst nach und nach wieder besser ausgestattet sein wird, setzen sich Teumer und Reinhard Wegener sowie die anderen Mitglieder des Fördervereins ein. Sie organisierten bereits die Spendensammlung für den Wiederaufbau des Turms und haben es sich nun zum Ziel gemacht, in diesem wieder Glocken klingen zu lassen. Bislang hat die Spendenaktion etwa 40 000 Euro eingebracht. Auch die Kirchengemeinde steuert ihren Teil bei. „Das reicht aber noch lange nicht“, sagt Wegener. Rund 300 000 Euro werden für den Bau der zwei Glockenstühle und das Aufhängen der Klangkörper benötigt.

Derzeit behilft sich die Gemeinde mit einem Notgeläut, das neben der Kirche steht. Zwei Glocken, die ursprünglich vom Petri-Turm läuteten, stehen derzeit in der Marienkirche. Die imposante Peter-Matze-Glocke von 1548 kann im Eingangsbereich von St. Petri begutachtet werden.

„Es sind ja noch Kriegsschäden, die wir hier zu beheben versuchen“, sagt Wegener. Die Fenster müssten demnächst hergerichtet werden, Feuchtigkeit ist sowieso ein Problem. Was die Glockenstühle anbelangt, hat die Gemeinde Unterstützung von der Universität bekommen. Maschinenbaustudenten haben Modelle entwickelt. Nun fehlt es nur noch an Geld, diese in Großformat im Turm einen Platz finden zu lassen. Unterstützern danken Gemeinde und Förderverein mit einer Urkunde sowie einer Spendertafel.

Kontakt: Förderverein Petrikirche, Telefon 0381/51 08 97 10, E-Mail info@petrikirche-rostock.de Spendenkonto: IBAN: DE86 1307 0024 0125 1800 00, BIC: DEUTDEDBROS (Name und Adresse angeben)

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