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Norddeutsche Neueste Nachrichten

12. Dezember 2017 | 01:35 Uhr

Spürnasen fürchten Kontrollen

vom

svz.de von
erstellt am 08.Sep.2010 | 08:04 Uhr

Rostock | Hunden ohne Steuermarke ist es gestern an den Kragen gegangen. Bei einem Großeinsatz haben neun Kontrollgruppen im gesamten Stadtgebiet Rostocks die Halter und deren Vierbeiner unter die Lupe genommen. Wer sich nicht an die seit dem Jahr 2000 gültige Hundeverordnung hält, bekam eine kostspielige Verwarnung. Allein für die Hundesteuer der 6200 in Rostock gemeldeten Tiere, erwartet die Stadt in diesem Jahr Einnahmen von insgesamt 515 000 Euro.

Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Polizei und vom Brandschutz- und Rettungsamtes waren gestern in Gruppen von bis zu fünf Personen unterwegs. Bei den Wallanlagen kam Ordnungshütern die Spaziergängerin Birgit Teichmann (31) da gerade recht. Ob sie mit ihrem angeleinten Beagle Akyra auch alle Richtlinien der Stadt einhält, hat Diethardt Hoffmann (58) von der Gefahrenabwehr Tier geprüft. "Wichtig ist, dass sie eine gültige Hundemarke besitzt, die Leine maximal zwei Meter lang ist und sie mehrere Tüten für den Hundekot bei sich trägt", sagt er.

Immer mit einer Stichprobe rechnen

Der Sachbearbeiter vom Brandschutzamt nahm ihre Personalien auf, um sicherzugehen, dass Akyra ordnungsgemäß gemeldet und die Hundesteuer bezahlt ist. Bei der Hundehalterin und ihrem gefleckten Vierbeiner hatte Hoffmann nichts zu beanstanden. Ohne Verwarnung konnte die junge Frau ihren Weg fortsetzen. "Ich kann verstehen, dass die Stadt Kontrollen macht", so Teichmann. Die junge Frau weiß, dass sie immer mit einer Stichprobe rechnen muss. "Ich finde die Prüfungen in Ordnung, schließlich bin ich für Akyra verantwortlich", sagt sie, obwohl die 31-Jährige nicht die Besitzerin des neunjährigen Beagles ist. "Er gehört meinem Freund Ronny, aber den Hund kenne ich schon seit er ein Welpe ist", so Teichmann.

Ab den frühen Morgenstunden waren die Kontrollgruppen auf den Beinen. "Allein in der Kröpeliner-Tor-Vorstadt haben wir 13 Hundehalter überprüft", sagt Hoffmann. Von ihnen haben vier eine Ordnungswidrigkeit begangen und bei einem als Listenhund, also gefährlich geltenden Tier, hat er kein Vergehen feststellen können. "In den meisten Fällen haben die Besitzer die Steuermarke nicht dabei oder sind beim Entsorgen des Hundekots nachlässig", sagt der Sachbearbeiter.

In den Stadtteilen gebe es große Unterschiede. Vor allem in Reutershagen beim Schwanenteich führen viele Rostocker ihre Vierbeiner aus. Aber auch Stadtmitte, Dierkow, Toitenwinkel, Brinckmansdorf und Warnemünde gelten als hundereich. "In diesen Stadtteilen gibt es immer wieder Beschwerden über Hundehalter, die ihr Tier nicht anleinen und den Kot nicht beseitigen", sagt Finanzsenator, Georg Scholze (CDU). Er hat sich gestern über die Arbeit der Kontrollkräfte vor Ort ein Bild gemacht. Der Vertreter des Oberbürgermeisters ist sich sicher, dass die jährliche Großaktion Sinn macht: "Danach verzeichnen wir immer wieder neue Anmeldungen". Derzeit schätzt er die Dunkelziffer auf etwa zehn Prozent. Für einen gemeldeten Hund muss ein Besitzer im Jahr 84 Euro Steuern zahlen. Der zweite Vierbeiner kostet 120 Euro. Ab dem dritten Tier verlangt die Stadt jeweils 144 Euro. Die Halter der 65 in Rostock gemeldeten Listenhunde zahlen jährlich jeweils 468 Euro. Die davon eingenommenen 515 000 Euro fließen in den städtischen Haushalt.

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