Sportvereine müssen weiter hoffen

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26. November 2012, 07:15 Uhr

Graal-Müritz/Rövershagen | Von einem neuen Kunstrasenplatz wird beim Rövershäger Sportverein SV 47 schon lange geträumt. "Wir haben allein in der Abteilung Fußball mehr als 270 Mitglieder und 14 Mannschaften im Spielbetrieb", sagt Vorsitzender Uwe Denz. Die Koordinierung von Training und Spielen sei logistisch kaum noch zu bewältigen. Und die Bedingungen ließen zu wünschen übrig. Vor allem, weil der kleine Fußballplatz, den die Jugend nutzt, für den geplanten Neubau der Turnhalle gebraucht wird. Der Sportverein beantragte deshalb einen neuen Kunstrasenplatz. Von der rund 450 000 Euro teuren Gesamtinvestition müsste die Gemeinde gut 212 000 Euro übernehmen. Der entsprechende Beschluss, die Summe in den Haushalt für 2013 einzustellen, soll auf der nächsten Gemeindevertretersitzung diskutiert werden.

Für den Differenzbetrag hofften die Rövershäger Kicker auf eine Förderung durch den Landessportbund. Der erhält Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler), die er als Förderung für Vorhaben seiner Mitgliedsvereine, die die Spielstätten betreffen, austeilen kann.

Das betrifft sowohl den Neu- als auch Um- und Ausbau von Sportstätten, die in Vereinshand liegen oder für mindestens 25 Jahre von einem Verein gepachtet sind. Am Wochenende wurde auf dem Landessporttag in Güstrow über die Rangliste abgestimmt. "Aufgrund der Höhe der Mittel, die wir zur Verfügung haben, können wir 2013 nur die ersten beiden Vorhaben von dieser Liste fördern", sagt Andreas Hielscher, Abteilungsleiter Sportstättenbau beim Landessportbund. Das sind die Anträge der Vereine aus Neustrelitz und Crivitz. "Die Vereine, deren Maßnahmen ebenfalls für die Liste bestätigt wurden, müssen darauf hoffen, dass wir Mittel erhalten, die bei anderen Fördermaßnahmen übrig bleiben", so Hielscher. Der Präsident des Landessportbundes würde sich dafür einsetzen, diese einzuwerben und stünde im engen Kontakt mit Ministerien, die ebenfalls Eler-Fördergelder vergeben können. Der Mehrbedarf liege bei rund zwei Millionen Euro.

Für 2013 hätten dem Landessportbund von der EU eigentlich 1,2 Millionen Euro zur Verfügung gestanden. "Aufgrund eines Mittel-Tausches aus dem Jahr 2008 haben wir im kommenden Jahr einen Abzug von 550 000 Euro. Das war angekündigt und wir wussten, dass es 2013 so kommt", so Hielscher. Welche Summe 2014 für die Sportstätten bereitstehen könnte, sei derzeit komplett unklar, weil dann eine neue Förderperiode startet, über die derzeit verhandelt wird. Für die Rövershäger heißt es nun hoffen, denn auf der am Sonnabend erstellten Rangliste, die nach und nach abgearbeitet wird, stehen sie nach der Entscheidung am Wochenende auf Platz 31.

Etwas weiter davor, auf Platz 23, steht der Antrag vom TSV Graal-Müritz. Der Sportverein aus dem Ostseeheilbad besitzt bereits einen Kunstrasenplatz, der 2011 fertiggestellt wurde. Beim Landessportbund haben die Kicker eine Erweiterung ihres Rasenplatzes beantragt. Entstehen soll ein Großspielfeld nach DIN-Norm. "Wir haben für den Kunstrasenplatz einen Teil der Rasenfläche benötigt", sagt Jörg Griese. "Das Rasenfeld ist nun nicht mehr für den Spielbetrieb zugelassen und muss erweitert werden", so der zweite Vereinsvorsitzende. Von den 277 000 Euro Gesamtkosten sollten 145 000 Euro vom Eler kommen. Die beiden Vereine vertrauen auf ihr Glück und darauf, dass der Sportbund es irgendwie schafft, den Mehrbedarf an Fördermitteln aufzubringen. "Die Hoffnung stirbt schließlich zuletzt", kommentiert Griese die Enttäuschung nach der Entscheidung in Güstrow.

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