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Norddeutsche Neueste Nachrichten

21. Oktober 2017 | 08:58 Uhr

Rostock : Sportelite feiert Wiedersehen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

90 Ex-Athleten und Erzieher schwelgen im Sportforum in Erinnerungen

Hier stand die Wiege der Rostocker Spitzenathleten und hier lebten am Sonnabend die Erinnerungen auf: Das Sportforum am Ostseestadion, 1962 gebaut, war bis zur Wende das Internat der Kinder- und Jugendsportschule (KJS). Für Hunderte junge Schwimmer, Leichtathleten, Handballer, Fußballer, Turner, Ruderer oder Segler war das graue Hochhaus mit den 199 Betten ihr zweites Zuhause.

Am Wochenende sahen sich 90 frühere Bewohner dieser DDR-Kaderschmiede wieder – Sportler, Trainer, Erzieher und Funktionäre. Das Hotel Sportforum hatte zum großen Ehemaligen-Treffen in den 10. Stock mit herrlichem Blick auf Rostock geladen. Ex-Internatsleiter Einhard Swensson (80) erinnert sich: „Für die Sportler stand damals Disziplin und Ordnung an erster Stelle. Natürlich gab’s auch mal Differenzen, wenn ich wieder Männlein von Weiblein trennen musste. Aber im Großen und Ganzen war es eine schöne, unvergessliche Zeit.“

Einer, der hier einen Teil seiner Jugend verbracht hat, ist Hansa-Legende Andreas Zachhuber (53): „Mit 13 Jahren bin ich aus Wismar hierher gekommen. Es gab damals echt nichts Schlechtes, mit allen habe ich mich super verstanden.“ An diesem Abend bleiben fragende Blicke trotzdem nicht aus. „Man kommt hier rein, und man muss zwei Mal hingucken, wer von früher hier jetzt vor einem steht. Ich habe die Leute ja ganze 30 Jahre nicht gesehen“, so der Ex-Oberliga-Fußballer.

Der Erinnerung wurde nachgeholfen. Im Raum Ostseestadion zeigt eine Ausstellung Relikte und Andenken an das alte Sportforum. Hier fachsimpelten die Ehemaligen wie zu besten Zeiten – bei Rotwein und Bier, bei Lachshäppchen oder Rippenbraten mit Klößen. Angelika Böttner (61), von 1969 bis 1976 Handballerin beim SC Empor, schwärmte: „So eine tolle Veranstaltung, die hier auf die Beine gestellt wurde! Mit 14 Jahren kam ich damals ins Internat, ich weiß es noch ganz genau. Erst wohnte ich in der achten Etage und dann im Studium in der vierten Etage. Sensationell, jetzt Bekannte nach 35 Jahren wiederzusehen.“

Organisator und Ex-Bewohner Siegfried Schwatke, einst Hürdenläufer bei Empor, ist stolz: „Toll, dass so viele gekommen sind. Es wird nicht das letzte Treffen sein.“ Ihn selbst verbinden 26 Jahre mit dem Sportforum: „Jutta, meine Frau, habe ich hier kennen und lieben gelernt. Und unser Sohn wurde hier im Haus geboren.“


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