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20. September 2017 | 13:17 Uhr

Sperrzone um die "Büchner"

vom

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erstellt am 02.Jun.2013 | 06:18 Uhr

Rostock/Danzig | Die polnischen Seeschifffahrtsbehörden haben eine Sperrzone um die "Georg Büchner" errichtet. Das ehemalige Rostocker Wahrzeichen, das am Donnerstag unter ungeklärten Umständen vor Danzig sank, wurde zum gefährlichen Wrack erklärt. Andere Schiffe müssen die Unglücksstelle nun zunächst mit einem Abstand von 500 Metern umfahren - so heißt es in der Navigationswarnung Nummer 89, die das Hydrografische Amt in Gdynia am Sonnabend um kurz nach 22 Uhr herausgab.

Zuvor war es den Behörden gelungen, die genaue Position des Wracks zu lokalisieren: Es liegt auf 54 Grad, 56,020 Minuten nördlicher Breite und 18 Grad, 31,713 Minuten östlicher Länge vor dem Kap Rozewie. Unter anderem war ein Flugzeug der polnischen Küstenwache im Einsatz. "Es entdeckte einen dunklen Fleck auf dem Wasser", sagt Andrej Liziak von der Küstenwache. Am Nachmittag fuhr dann das in Gdynia stationierte Marineschiff "Orp Arctowski" die Unglücksstelle immer wieder großräumig ab, wohl auch um die genaue Position der "Büchner" zu vermessen.

Wassertiefe des Fundorts ist unklar

Wie tief die Stelle genau ist, an der das Schiff liegt, ist den Angaben des Hydrografischen Amtes zufolge weiterhin unklar. Karten des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrografie in Rostock geben für das Gebiet Wassertiefen zwischen 30 und 40 Metern an. An der Unglücksstelle führt die Route der Fährverbindung von Gdynia nach Karlskrona in Schweden vorbei, auf der Schiffe der Reederei Stena-Line täglich pendeln. Gestern passierte beispielsweise die für 1700 Passagiere und 460 Autos ausgelegte Kombifähre "Stena Vision" in nur 1,6 Seemeilen Entfernung.

Wie gefährlich die "Büchner" für den laufenden Schiffsverkehr ist, untersuchen die polnischen Behörden noch. Davon wird auch abhängen, ob das Wrack gehoben wird oder für immer auf dem Grund der Ostsee liegen bleibt. Bleibt es unten, würde die Unglücksstelle möglicherweise mit Tonnen markiert, um andere Schiffe zu warnen.

Unklar ist weiterhin, wie es zu dem Untergang der "Büchner" kam. Sie war am Haken des polnischen Schleppers "Ajaks" Richtung Kleipeda (Litauen) unterwegs, wo sie verschrottet werden sollte. Nach zweitägiger Reise drehte der Schlepper am Donnerstag gegen 18 Uhr ab und ging auf Zick-Zack-Kurs, teilweise mit Geschwindigkeiten von weniger als einem Knoten. Gegen 19.45 Uhr setzte er schließlich mit zehn Knoten neuen Kurs auf seinen Heimathafen Danzig. Wie der Maritime Such- und Rettungsdienst in Gdynia mitteilte, sank die "Büchner" um 20.26 Uhr. In einer ersten Information zuvor habe die Seeüberwachung in Danzig mitgeteilt, dass das geschleppte Schiff in Schräglage geraten sei und Wasser eindringe.

Um die letzte Fahrt der "Büchner" gab es schon vor dem Untergang monatelangen Streit in Rostock. Eine Verholung nach Antwerpen, wo der Verband Watererfgoed Vlaanderen (Wassererbe Flandern) den ehemaligen belgischen Kolonialfrachter zu einem Museumsschiff machen wollte, war gescheitert.

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