Rostock : Spektakulärer Bombenfund im Fischereihafen

Ein Baggerfahrer entdeckte das Geschoss in den frühen Morgenstunden im Fischerweg.
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Ein Baggerfahrer entdeckte das Geschoss in den frühen Morgenstunden im Fischerweg.

Deutsches Geschoss hält Polizei und Munitionsbergungsdienst in Atem

svz.de von
07. März 2014, 10:29 Uhr

Bei Bauarbeiten im Fischereihafen hat ein Baggerfahrer gestern Morgen gegen 8 Uhr eine 75 Kilogramm schwere und 50 Zentimeter lange Sprengbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Er war gerade mit dem Ausheben von Erde beschäftigt, als er auf hartes Metall stieß. Dass es sich dabei um eine Bombe handelte, konnte er nur ahnen. „Wir wurden gegen 9 Uhr alarmiert“, erzählt Yvonne Hanske von der Polizeiinspektion Rostock. „Auch der Munitionsbergungsdienst rückte aus.“

Die Baustelle wurde großflächig abgesperrt, die Bauarbeiter evakuiert. „Wir sind zunächst von einer scharfen amerikanischen Fliegerbombe ausgegangen“, sagt Fred Tribanek vom Munitionsbergungsdienst. Erst beim genaueren Hinsehen fiel den Sprengstoffspezialisten auf, dass es sich bei dem Geschoss um eine deutsche Sprengbombe handelte. „Das ist ein sehr ungewöhnlicher Fund. Warum sollten die Deutschen sich selber bombardieren?“, fragt er sich.

Die Sprengbombe konnte schnell durch den Munitionsbergungsdienst sichergestellt werden. „Es konnte schnell Entwarnung gegeben werden. Das Geschoss hatte keinen Zünder. Es bestand zu keiner Zeit Explosionsgefahr“, betont Hanske. „Nach 90 Minuten war der ganze Spuk beendet.“ Ob die Bauarbeiter aber noch weitere Funde freilegen, ist unklar. An der Bombenfundstelle wurde bereits ein Luftschutzbunker entdeckt. „Bereits im letzten Jahr sind wir darauf aufmerksam geworden. Bis Ende August soll der Bunker komplett freigelegt werden“, sagt Dr. Dan Künstner, zuständig für Immobilien und Gewerbeflächen im Rostocker Fracht- und Fischereihafen. Auf der Baustelle soll noch in diesem Jahr eine neue Werkstatthalle entstehen.

Was die gefundene Weltkriegsbombe anbelangt, hatten die Mitarbeiter des Fischereihafens Glück. Nicht immer laufen solche Funde glimpflich ab. Erst zu Jahresbeginn waren bei der Explosion eines Blindgängers aus dem Zweiten Weltkrieg in Euskirchen in Nordrhein-Westfalen ein Baggerfahrer getötet und 13 Menschen verletzt worden.

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