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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. November 2017 | 12:24 Uhr

Wahl in der Hansestadt : SPD räumt ganz Rostock ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sozialdemokraten gewinnen alle Direktmandate und die meisten Zweitstimmen. AfD zweiter Sieger. Linke, CDU und Grüne mit Katerstimmung.

von
erstellt am 05.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Die vier Direktmandate der Hansestadt bleiben in SPD-Hand. Und auch bei den Zweitstimmen räumten die Sozialdemokraten die Spitzenposition ab. Dementsprechend gut gelaunt schlenderte SPD-Mann und Finanzsenator Chris Müller gestern ins Rathausfoyer, wo die Verwaltung eine zentrale Wahlparty organisiert hatte. Er kam direkt von der Feier der Genossen in deren Geschäftsstelle. „Die Stimmung ist sehr gut – bei uns gab es zweimal Beifall: Einmal bei unserem Ergebnis und einmal bei dem der NPD“, so Müller.

Zweiter Wahlsieger ist die AfD: „Aus dem Stand zweitstärkste Kraft vor der CDU zu werden – das ist ’ne super Sache“, erklärt der Rostocker Holger Arppe, der auf Listenplatz vier der Partei mit großer Wahrscheinlichkeit in den Landtag einziehen wird und gestern in Schwerin feierte. Das Label der Protestpartei empfinde er nicht als ehrenrührig. Schließlich seien auch Bewegungen wie das Neue Forum Protestbewegungen gewesen und hätten als solche die DDR zu Fall gebracht. Von der NPD grenzt Arppe sich ab: „Wir sind alle zusammen erstmal sehr froh, dass sie es nicht in den Landtag geschafft hat.“ Seine Partei werde konstruktive Oppositionspolitik betreiben.

Einen historischen Absturz ihrer Partei erlebten die CDU-Mitglieder im Sitz des Rostocker Wingolfs direkt hinter dem Rathaus. „Es ist insgesamt eine herbe Enttäuschung“, sagt Kreisvorsitzender Daniel Peters. Die SPD habe allein mit Ministerpräsident Erwin Sellering gepunktet: „Er war die Kampagne.“ Da habe der eigene Spitzenkandidat Lorenz Caffier nicht mithalten können. Dennoch: „Ich bin weit davon entfernt, jetzt eine Personaldiskussion zu führen“, so Peters.

Katerstimmung herrschte gestern auch bei den Linken im Restaurant La Gondola in der Langen Straße. „Das Ergebnis ist natürlich enttäuschend“, so Eva-Maria Kröger, Direktkandidatin und Fraktionsvorsitzende in der Bürgerschaft. Bundespolitische Themen, vor allem die Einwanderung Geflüchteter, hätten den Ausschlag gegeben: „Als Sellering angefangen hat, die Kanzlerin zu kritisieren, ging es für ihn und die SPD hoch.“ Ihre Partei werde von ihrer Weltoffenheit und Integration aber auch künftig nicht abweichen.

Als „Katastrophe“ stuft Johann-Georg Jaeger, Rostocker Direktkandidat der Grünen, das Wahlergebnis seiner Partei ein. Sie hat den erneuten Sprung in den Landtag voraussichtlich verpasst. „Das ist ein Schock und ein Erdbeben für die Grünen“, so Jaeger. Die Landtagsfraktion sei die Basis für die gesamte Arbeit der Partei gewesen. Sie habe es im Wahlkampf nie geschafft, ihre beiden zentralen Themen, die Umwelt- und Energiepolitik, in den Mittelpunkt zu rücken. Aber am Ende gelte, so Jaeger: „Demokratie lebt vom Wandel.“

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