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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 17:09 Uhr

Sparzwang in Wetterwarte Warnemünde

vom

svz.de von
erstellt am 23.Jul.2013 | 07:16 Uhr

Warnemünde | In der Wetterwarte Warnemünde werden zwei Stellen gestrichen. Noch arbeiten dort sieben Beobachter im Schichtdienst. Doch im Zuge der bundesweiten Einsparungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) soll der Nachtdienst ab 2015 wegfallen. Das bestätigt Uwe Kirsche, Sprecher des DWD. "Ziel ist eine weitgehende Automatisierung der bisher mit Personal besetzten hauptamtlichen Wetterwarten in den kommenden Jahren", sagt er.

Dafür werde die Station in Warnemünde mit Sensor-Messtechnik ausgerüstet und ein zeitlich hochaufgelöster Wetterdatenstrom gesichert. Bisher baut dieser Vorhersage-Standort auf Augenbeobachtungen. "Beispielsweise die Schneehöhe wird manuell von uns gemessen", sagt Rudolf Kemnitz, Meteorologe der Wetterwarte im Ostseebad. Der Trend gehe aber zur Automatisierung - was zum Aussterben des traditionsreichen Berufes des Wetterbeob achters führe, so Kirsche.

Auf Entlassungen will der DWD weitgehend verzichten. "Wir sind bemüht, den betroffenen Mitarbeitern neue berufliche Perspektiven im DWD zu eröffnen", ergänzt er. Durch altersgemäße Pensionierungen sollen außerdem betriebsbedingte Kündigungen vermieden werden. Die Option, nach Hamburg oder Offenbach versetzt zu werden, ist für die Warnemünder Meteorologen allerdings eine wenig attraktive Alternative.

Bis 2015 sind die Arbeitsplätze in der Wetterwarte aber noch gesichert. Erst danach greifen die Kürzungen. "Wir messen die Lufttemperatur, den Wind, den Niederschlag und die Sichtweite", sagt Kemnitz. Die Meteorologen beobachten außerdem, ob es Hagel oder Sprühregen gibt und wie die Bewölkung und Wolkenverteilung ist. "Neben Wetterbeobachtungen messen wir auch die Radioaktivitätsbelastung in der Luftfeuchtigkeit", fügt er hinzu. Zu den Aufgaben gehören zudem die Wartung und ständige Kontrolle der technischen Messgeräte. Nach dem Wegfall der Nachtschicht und der Einsparung zweier Mitarbeiter falle die Betreuung der technischen Anlagen auf das verbleibende Personal zurück, so Kemnitz.

An 48 Stationen werden deutschlandweit die Wetterbedingungen beobachtet. "Davon sind 40 noch mit Personal besetzt", sagt Kemnitz. Bundesweit beschäftigt der Deutsche Wetterdienst rund 2500 Mitarbeiter. Allerdings fordert der Bundestag seit mittlerweile 20 Jahren vom DWD, den Bestand an Mitarbeitern um 1,5 Prozent zu verringern. "Vornehmlich im Messnetz soll Personal eingespart werden", sagt Kemnitz.

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