zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. August 2017 | 00:15 Uhr

Rostock : Sozialkaufhaus feiert Zehnjähriges

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Dierkower Einrichtung der Rostocker Stadtmission blickt auf erfolgreiche Dekade zurück. Spenden werden immer gebraucht

Angefangen hat alles mit einer leeren Halle, darin eine Couch, ein Tisch und ein Schrank. Inzwischen versorgt das Sozialkaufhaus der Rostocker Stadtmission in Dierkow seit zehn Jahren bedürftige Menschen mit Möbeln, Kleidung und anderen Gütern des täglichen Gebrauchs. Das Jubiläum soll heute gefeiert werden – gemeinsam mit Sponsoren und Unterstützern. „Denn ohne die Bevölkerung Rostocks würde es den Laden so nicht geben“, sagt Einrichtungsleiter Klaus-Dieter Bürki.

Das Kaufhaus ist Rostocks ältestes seiner Art. Begonnen hat alles im April 2006: „Damals waren hier alle ehrenamtlich tätig“, erinnert sich Bürki. Inzwischen arbeiten neben ihm sechs Angestellte auf 1000 Quadratmetern. „Hinzu kommen Ein-Euro-Jobber, Praktikanten und Menschen, die Sozialstunden ableisten“, so Bürki. Alle Mitarbeiter seien so aus der Arbeitslosigkeit gekommen.

Bis zu fünfmal am Tag fahren sie mit drei Transportern und dem Hundefänger durch Rostock und den Landkreis, um die Spenden abzuholen. „Die Leute müssen nur anrufen. Die Jungs fahren vorbei und holen alles ab. Größere Teile bauen sie auch auseinander“, erklärt der Kaufhaus-Chef. Die Waren kommen meist von Privatpersonen und aus Haushaltsauflösungen. Manchmal spenden auch Firmen. Das könnte allerdings noch etwas mehr sein, so Bürki. „Toll wäre es, wenn sich die Geschäfte Rostocks mehr beteiligen, ausrangierte Kleidung und Möbel spenden“, sagt er. Wählerisch sind Mitarbeiter und Kunden kaum: „Wir nehmen alles, was nach der Wende hergestellt, heil und funktionstüchtig ist“, so Bürki.

Zu den Kunden gehören Hartz IV-Empfänger, Rentner, Studenten und in den letzten Monaten auch Asylbewerber mit Aufenthaltsgenehmigung, die sich neu einrichten müssen. Im Prinzip alle, die einen Zuschuss vom Staat bekommen, so Bürki.

Die Nachfrage ist seit der Eröffnung enorm gestiegen. „Anfangs haben sich viele nicht reingetraut, die Hemmschwelle war hoch. Das hat sich aber völlig verlaufen, nachdem sie gesehen haben, was wir für tolle Möbel haben – zu einem erschwinglichen Preis“, so Bürki. Inzwischen stünden oft bereits um 8 Uhr morgens die ersten Kunden vor der Tür, viele von ihnen täglich. Für die Stammkunden gehe es dabei nicht nur ums Einkaufen, sondern auch um soziale Kontakte. Viele kommen, um zu reden.

„Hier steht nichts lange. Alles, was wir haben, geht relativ schnell weg“, sagt Bürki. Besonders am Monatsanfang sei der Andrang groß. Die meisten brauchen grundlegende Dinge wie Kleiderschränke, Küchenmöbel und Betten – „aber auch Elektronik, die selten abgegeben wird, wie Kühlschränke und Waschmaschinen“, so Bürki. Was sonst noch fehlt und wie die Mitarbeiter des Sozialkaufhauses arbeiten, können Besucher heute von 10 bis 15 Uhr bei der Jubiläumsfeier erfahren.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen