Warnemünde : „Sonne“ ist echtes Hightech-Schiff

Das Flaggschiff für die Wissenschaft hat gestern für große Begeisterung bei den Besuchern gesorgt.  Fotos: Georg Scharnweber
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Das Flaggschiff für die Wissenschaft hat gestern für große Begeisterung bei den Besuchern gesorgt. Fotos: Georg Scharnweber

Deutlich mehr als 3000 Besucher nutzen die Chance, den Giganten zu erkunden. Gut so, denn es ist Voraussichtlich der einzige Anlauf von Warnemünde.

svz.de von
26. November 2014, 06:00 Uhr

Im Ostseebad hatten viele Warnemünder gestern nur ein Ziel. Sie wollten die „Sonne“ besichtigen. Deutlich mehr als 3000 Besucher nutzten die einmalige Chance, das derzeit modernste Tiefseeforschungsschiff der Welt zu erkunden. Die Gäste waren fasziniert von den komplexen Möglichkeiten des Schiffes, das vor allem den noch weitgehend unbekannten Meeresboden der Tiefsee erkunden soll. „Nur sieben Prozent der Meeresböden sind bisher erforscht“, erklärt Lina Podszun von Marum, dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften. Die Untersuchungen steuern wichtige Erkenntnisse zum Klimawandel und zu den Ökosystemen bei.

Die Möglichkeiten des schwimmenden Großraumlabors auf diesem Gebiet begeistern auch Wissenschaftler: Mit Bohrsonden, Echoloten und ferngelenkten Unterwasserrobotern kann der Meeresboden bis in eine Tiefe von elf Kilometern vermessen werden. Dabei kommt es Forschern zugute, dass die „Sonne“ bei Taucharbeiten tagelang in einer Position verharren kann. Das erklärt Chief Achim Schüler. Er stammt aus Ostwestfalen und ist Wahl-Rostocker geworden.

Die beiden autark arbeitenden Motorenräume gehören zur Königsklasse in der Ausstattung. „Das ist eine schöne Herausforderung“, sagt der leitende Maschinist. Er teilt sich den verantwortungsvollen Job und die bis zu drei Monate langen Reisen immer mit seinem Kollegen Dieter Hermesmeyer. Heute wird das Schiff nach Kiel überführt, wo ebenfalls eine Besichtigung anberaumt ist. Später geht es nach Palma. Das künftige Einsatzgebiet wird der Indische Ozean und der Pazifik sein. Federführend bei den weltweiten Expeditionen ist das Institut für Chemie und Biologie an der Carl-von-Ossietzky-Universität Odenburg. Kapitän ist Oliver Meyer.

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