Warnemünde : „Sofort einen Draht zueinander“

Sind auch privat Freunde: Gabriele Köbbert (l.), Manfred und Ruth Uhlig, die gestern das Heimatmuseum besuchten.
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Sind auch privat Freunde: Gabriele Köbbert (l.), Manfred und Ruth Uhlig, die gestern das Heimatmuseum besuchten.

Kabarettist Manfred Uhlig hat die Ausstellung zu Horst Köbbert besucht und dabei auch dessen Frau Gabriele getroffen

svz.de von
19. September 2015, 14:00 Uhr

Das Gästebuch der Horst-Köbbert-Ausstellung im Warnemünder Heimatmuseum ist gestern um einen prominenten und sehr persönlichen Eintrag reicher geworden: Kabarettist und Schauspieler Manfred Uhlig (87) besuchte mit seiner Frau Ruth die neue Dauerausstellung des 2014 im Alter von 86 Jahren verstorbenen Warnemünder Künstlers und singenden Seemanns. Weil er nicht nur Kollege, sondern auch ein langjähriger Freund war, gehörte ein Besuch bei Gabriele Köbbert dazu. Die drei kannten sich schon seit 1977. „Horst bleibt unvergessen“, schrieb das Mitglied der Drei Dialektiker, die den „Kessel Buntes“ moderierten. Den Namen verdankt das Trio ihren Dialekten: Horst Köbbert mit breitem Ostseedialekt, Manfred Uhlig sächselt, Lutz Stückrath berlinert.


Beim Quatschen Auftritt verpasst


„Horst und ich kannten uns 50 Jahre, wir sind uns bei der Arbeit begegnet, wir waren eine verschworene Gemeinschaft“, sagt Uhlig. „Nach nur zwei Stunden hatten wir den gleichen Draht“, erzählt Uhlig, der seinen Kollegen Köbbert als sehr urbanen, mit seiner Region verbundenen Menschen beschreibt. Auch, wenn die drei Männer den Zuschauern bei der Live-Sendung „Kessel Buntes“ viel Spaß bereitet haben: „Das ist knallharte Arbeit, ein Beruf, bei dem Disziplin das A und O ist“, erzählt Uhlig, der ins Schwärmen gerät bei dem Gedanken an den Geruch und die Atmosphäre des alten Friedrichstadt-Palasts. Und dann gibt er eine kleine Anekdote preis: In einer Sendung hatte sich der Warnemünder Entertainer verquatscht und dabei seinen Auftritt verpasst. „Ich habe diese Panne mit Sprüchen überbrückt, sodass die Leute nicht wussten, ob das Teil des Programms oder wirklich passiert war“, sagt Uhlig. „Und dann kam Horst raus auf die Bühne, als wäre nix gewesen.“ Ein Stück Professionalität: „Sich verbal die Bälle zuspielen und gegenseitig auffangen“, sagt Uhlig. Nicht nur beim „Kessel Buntes“ standen sie gemeinsam auf der Bühne, auch in Horst Köbberts Sendung „Klock 8, achtern Strom“.

Auch das müssen Kabarettisten können: „Von hinten quer durch den Kopf nach vorn denken“, sagt Uhlig, der ab 1965 vier Jahre lang die Sendung im DDR-Radio 1 „Alte Liebe rostet nicht“ moderierte. Vom Besuch im Heimatmuseum zeigten sich Manfred Uhlig und seine Frau sehr beeindruckt: „Das ist gerade für Inländer eine sehr spannende Ausstellung“, sagt Uhlig, der gerade mit seiner Frau Urlaub in Kühlungsborn macht. „Es ist alles mit so viel Liebe gestaltet worden“, attestiert Uhlig. „Es ist richtig, dass es eine so interessante Ausstellung über Horst im Heimatmuseum gibt, das hat er verdient, weil er Warnemünde und der Küste so verbunden gewesen ist.“

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