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Wohnungsmarkt Rostock : So wenig freie Wohnungen wie nie

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Bürgerschaft will Rostock als Gebiet mit schwieriger Versorgung ausweisen lassen - Ein klares Zeichen an das Land sei überfällig.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 12:00 Uhr

Wohnungen sind rar in Rostock. Der Leerstand bei der Wiro sei mittlerweile auf 0,9 Prozent gefallen, bei einer kleineren Wohnungsgesellschaft sogar auf 0,3 Prozent, sagt Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne). Das sind Rekordniedrigwerte. Die daraus folgende Gefahr sind weiter steigende Mieten.

Aufgrund dieser angespannten Situation auf dem Wohnungsmarkt haben Linke, SPD und Grüne einen neuen Anlauf Richtung Mietpreisbremse gewagt. Der letzte war vor sechs Monaten gescheitert. Nun konnten sie sich in der Bürgerschaft durchsetzen. Einer gemeinsamen Vorlage wurde zugestimmt. Der OB soll nun beim Land erwirken, dass „Rostock für fünf Jahre als Gebiet mit schwieriger Wohnungsversorgung“ ausgewiesen wird. Bei laufenden Mietverhältnissen solle die Miete nur noch um 15 statt um 20 Prozent angehoben werden dürfen. Zu Beginn des Mietverhältnisses dürfe die ortsübliche Vergleichsmiete höchstens um zehn Prozent überstiegen werden. Dafür soll die Verwaltung die entsprechenden Daten erheben, als „Nachweis der besonderen Gefährdung der ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen zu angemessenen Bedingungen“. Frist dafür ist der 30. April 2016.

„Für Mietbremsen gelten Regeln“, sagt Bürgerschaftsmitglied Sybille Bachmann (Rostocker Bund). Die Mieten müssten demnach deutlich stärker steigen als im bundesweiten Durchschnitt, die durchschnittliche Mietbelastung der Haushalte den bundesweiten Durchschnitt deutlich übersteigen, die Bevölkerung wachsen, ohne dass durch Neubau Wohnraum geschaffen wird oder geringer Leerstand bei großer Nachfrage bestehe. Diese Bedingungen erfülle Rostock nicht alle, so Bachmann. Mit ihrer Meinung war sie nicht allein. Aber: Es gehe auch viel mehr um ein deutliches Zeichen nach Schwerin, so Simone Briese-Finke (Grüne). „Rostock soll in Schwerin als ein Gebiet mit einem verschärften Wohnungsmarkt betrachtet werden“, sagt die Fraktionschefin. Es bräuchte neuen und vor allem auch sozialen Wohnungsbau.

„Die größte Stadt des Landes braucht einen ausgeglichenen Wohnungsmarkt“, untermauerte auch Sandro Smolka (Linke). Nachdem der letzte Antrag vor sechs Monaten abgewiesen worden sei, habe sich der Druck noch verschärft.

„Die Marktwirtschaft auf dem Wohnungsmarkt funktioniert nicht mehr“, sagt Senator Matthäus. Normal brauche es rund drei Prozent Leerstand, damit der Markt funktioniere. Rostock liegt deutlich darunter. Ausführliche Erhebungen will er folgen lassen. Bis 2020 sollen allein 7000 neue Wohnungen geschaffen werden, hinzu kommen noch Einfamilien- und andere Häuser.

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