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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. September 2017 | 17:28 Uhr

Wahlforum : So viel Einigkeit in Sachen Kultur

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

In der Bühne 602 sprechen neun Kandidaten über den Status quo und künftige Wege – Reibung entsteht dabei kaum

von
erstellt am 07.Mai.2014 | 09:00 Uhr

Ist es Politikverdrossenheit? Gleichgültigkeit? Oder sind die Kulturschaffenden und -interessierten in Rostock einfach nur zufrieden? Denn beim gestrigen Wahlforum, organisiert von der AG Freie Kultur, blieben die Ränge in der Bühne 602 überraschend leer. Waren es bei der vergangenen OB-Wahl noch hunderte Rostocker, die sich in der Spielstätte am Stadthafen sogar im Foyer drängten, in das die Debatte live übertragen wurde, so fand gestern auch noch jeder zu spät erscheinende Gast einen Sitzplatz, lichteten sich die Reihen sogar mehr und mehr im Laufe der Veranstaltung.

Ein Grund könnte sein, dass sich die Standpunkte der im Podium platzierten Politiker doch nur wenig unterschieden. Die Gemeinsamkeiten überwogen. Das zeigte schon die Schnell-Frage-Runde, mit der die Moderatoren Carlo Ihde und Erik Raab den Abend eröffneten. Hierbei konnten die Kandidaten mit roten und grünen Karten ihre Zustimmung oder Ablehnung zum Ausdruck bringen. Einzig am Grad des Optimismus ließen sich Unterschiede ausmachen. So beispielsweise schon bei der einleitenden Frage danach, ob Kultur für viele Rostocker ein die Wahl entscheidendes Kriterium sei. „Ich wünsche mir, dass es so ist“, sagte Susan Schulz (Grüne), die dafür ein grünes Kärtchen hochgehalten hatte. Neben ihr hatten im Podium Platz genommen Ingrid Bacher (SPD), Sybille Bachmann (Rostocker Bund), Niels Burmeister (Einzelbewerber), Karina Jens (CDU), Mathias Krack (Für Rostock), Eva-Maria Kröger (Linke), Steffen Prignitz (Aufbruch 09) und Christoph Eisfeld (FDP).

Einig waren sich alle darüber, dass Rostock einen Kultursenator brauche. „Auch deshalb, damit wieder konstruktive Gespräche mit dem Land geführt werden können“, sagte Bacher. Auch darüber, dass die freien Kulturträger gefördert werden müssen, herrschte in der Runde Konsens. „Sie brauchen Planungssicherheit“, so Prignitz. „Die Stadtverwaltung muss für die Bedürfnisse der freien Kultur sensibilisiert werden“, fügte Schulz hinzu.

Ein wenig Reibung entstand dann doch bei der Frage nach dem Theaterneubau: Die Grünen wollen ihn kleiner, die Linke führt wirtschaftliche Argumente für einen größeren Saal ins Feld. Im Großen und Ganzen sind sich die Kandidaten aber doch einig: Ein Neubau muss her. Dass es damit bis zum Stadtjubiläum 2018 noch etwas wird, bezweifeln allerdings alle einhellig.

Dabei waren es gerade die anstehenden großen Jubiläen, die die Organisatoren des Forums als die besondere Chance und Herausforderung für die neue Bürgerschaft hervorgehoben hatten. Zum Abschluss wurde dann noch eine kleine Wahl vor der Wahl abgehalten. Die Beteiligung: am Ende eher gering.

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