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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Oktober 2017 | 05:57 Uhr

Preisexplosion : So teuer war Rostock noch nie

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Ospa veröffentlicht Wohnmarktbericht für Hansestadt und Landkreis.

svz.de von
erstellt am 29.Apr.2017 | 05:00 Uhr

Häuser und Wohnungen in Rostock sind so teuer wie nie zuvor. „Seit 2007 haben sich die Immobilienpreise verdoppelt“, sagt Helge Meyer, Vertriebsleiter der Ostseesparkasse Rostock (Ospa). Das geht aus dem Wohnmarktbericht für Hansestadt und Landkreis hervor, den die Ospa beim Institut innovatives Bauen in Auftrag gegeben hat.

In Rostock (ohne Warnemünde) kosten bestehende Häuser im Schnitt 2237 Euro pro Quadratmeter, Eigentumswohnungen 1959. „An der Warnow werden die Spitzenpreise erreicht“, sagt Meyer – 4500 Euro auf der ehemaligen Werft und auf der Holzhalbinsel. In Warnemünde liegt der Schnitt für Wohnungen bei 4000 Euro. In der Seestraße gebe es auch Preise von 8000 und in der letzten Reihe Preise um 2000 Euro, sagt der Vertriebschef. Häuser sind im Seebad kaum auf dem Markt. Ihr Durchschnittspreis: 3125 Euro pro Quadratmeter mit Ausreißern bis 6000. Die Rendite ist in Rostock seit 2007 von 5,9 auf 3,3 Prozent gesunken, in Warnemünde von 3,6 auf 2,9. Immobilien seien damit immer noch eine Anlageoption, sagt Ospa-Vorstandsmitglied Pannwitt.

Aber: „Wir haben einen Notstand an Grundstücken in Rostock“, sagt Meyer. Wer preiswert wohnen will mit den Vorzügen einer Stadt, den ziehe es als Alternative nach Bad Doberan. 1864 Euro pro Quadratmeter im Schnitt müssen dort für Wohnungen, 1455 für Häuser bezahlt werden. Die Ausreißer nach oben sind massiv. Bis zu 13 579 Euro pro Quadratmeter werden laut Bericht in der ersten Reihe in Heiligendamm gezahlt.

„In Kühlungsborn gibt es im Gegensatz zu Warnemünde noch Häuser“, sagt Meyer. Die kosten im Schnitt 2755 Euro pro Quadratmeter, Wohnungen 3936. Die teuersten Lagen finden sich in der Ostseeallee oder am Yachthafen. Grundstücke gibt es auch noch in Graal Müritz, Wohnungen kosten dort im Schnitt 2278 Euro, Häuser 2396. Zur Seebrücke hin steigen die Preise auf 4000 Euro an.

„Der Ferienimmobilienmarkt ist sehr robust“, fasst Meyer zusammen. Generell gelte: Je dichter Wohnlagen am Wasser sind, desto teurer sind sie. Zudem gewinne urbanes Wohnen immer mehr. Das flache Land verliere im Landkreis. „Das wird zulasten der letzten Dörfer gehen“ – außer im Speckgürtel der Hansestadt, eben weil dort Grundstücke fehlen. 3200 Wohnimmobilien wechseln jährlich in Rostock und dem Landkreis den Besitzer, 450 von der Ospa, die mit 20 Prozent den höchsten Marktanteil hält.

„Wie die Immobilienentwicklung in den nächsten Jahren sein wird, kann keiner sagen“, so Meyer, „aber wir glauben, dass sie Preise sich weiter positiv entwickeln“. Was dagegen spricht: Die Einkommen sind in der Region nicht so stark gestiegen wie die Immobilienpreise.

Die Daten für den Datensatz stammen aus der Kaufpreissammlung des Statistischen Landesamtes, von Immobilienanbietern und der Ospa.

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