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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 20:56 Uhr

Umwelt-Check : So schneidet Rostock ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Hansestadt verzeichnet Probleme bei Lärm und Altlasten, aber Fortschritte bei Klimaschutz und Luftgüte. #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 28.Aug.2017 | 12:00 Uhr

Weniger Lärm, mehr grüne Energie, saubere Luft, effektiver Hochwasserschutz – das sind nur einige Ziele, die Rostock sich gesetzt hat. Im Umweltbarometer überprüft das Amt für Umweltschutz, ob die Hansestadt ihre eigenen Vorgaben in den vergangenen drei Jahren erreicht hat.

Boden

In der Hansestadt waren Ende 2016 noch 188 Flächen mit 147 Hektar registriert, bei denen ein Verdacht auf Altlasten besteht. 62 weitere Flächen wurden bereits saniert, beispielsweise das ehemalige Gaswerk in der Bleicherstraße und aktuell die Riedelsche Dachpappenfabrik im Osthafen. Als besonders schutzwürdige Böden gelten in Rostock noch 2319 Hektar – 125 Hektar mit diesem Status wurden in den vergangenen zehn Jahren überbaut. Generell sieht der derzeit noch gültige Flächennutzungsplan 640 Hektar vor, die zwischen 2006 und 2020 neu versiegelt werden. Bislang liegt die Stadt im Soll.

Lärm

2900 Rostocker sind gesundheitsgefährdendem Straßenlärm über 65 Dezibel am Tag und über 55 Dezibel in der Nacht ausgesetzt, rund 440 von ihnen tagsüber sogar über 70 Dezibel. Abhilfe schaffen sollen unter anderem optimierte Fahrbahndecken, Kreisverkehre, Schutzwände und Tempolimits, aber auch die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs.

Unter gesundheitsgefährdendem Schienenverkehrslärm leiden tagsüber 1400 und nachts 1820 Rostocker. 490 beziehungsweise 840 von ihnen sind tagsüber sogar Werten über 70 Dezibel beziehungsweise nachts über 60 Dezibel ausgesetzt. Wirksame Gegenmaßnahmen sind lärmarme Bremssysteme, Schmiereinrichtungen oder Schutzwände. Von ihnen seien 14 zur Umsetzung vorgesehen, erklärt das Amt.

Luft

Einer Windfeldmodellierung und Auswertung von Satellitendaten der Jahre 2010/11 zufolge gibt es in Rostock 14 Luftleitbahnen, zum Beispiel die Warnow. Sie tragen zur guten Luftqualität bei. Seit 2015 gibt es auch Am Strande keine Grenzwertverstöße beim Stickstoffdioxid mehr. Die Feinstaubbelastung liegt ebenfalls innerhalb des erlaubten Bereichs, gleiches gilt für alle überwachten Schadstoffkomponenten der Schifffahrt. Stand jetzt ist eine Umweltzone vom Tisch.

Klima und Energie

1990 hat jeder Rostocker 8,35 Tonnen Kohlenstoffdioxid ausgestoßen. 2015 waren es 3,77 Tonnen, bis 2050 sollen es nur noch 420 Kilogramm sein. Das Zwischenziel der Stadt liegt bei weniger als 2,5 Tonnen und soll vor allem durch Effizienzsteigerung und mehr erneuerbare Energien erreicht werden. Deren Anteil am Endenergiebedarf lag 2015 trotz steigender Tendenz gerade einmal bei 4,2 Prozent, umgerechnet 723 Kilowattstunden je Einwohner.

Wasser

Nach den Starkniederschlägen 2011 hat die Stadt ein Integriertes Entwässerungskonzept erarbeitet. Erste Verbesserungen wurden bereits umgesetzt, beispielsweise der Neubau eines Fanggrabens um das Wohngebiet Evershagen Dorf oder die Renaturierung von Teilen des Schmarler Bachs. Allerdings fehlen noch immer umfassende Daten zur Gewässergüte. Das betrifft den Schmarler Bach, Peezer Bach, Prahmgraben, Radelbach, Laakkanal und die Carbäk.

Der Sturmflutschutz richtet sich an 2,80 Meter über Normalhöhennull (NHN) in Warnemünde und 3 Meter über NHN im Stadthafen aus. 15,5 der insgesamt 22,5 Kilometer langen Anlagen sind bereits auf diese Werte geeicht. Als gefährdete Niederungsfläche im Falle einer Sturmflut auf dem Bemessungsniveau gelten rund 40 der 181 Quadratkilometer Stadtgebiet.

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