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Norddeutsche Neueste Nachrichten

23. November 2017 | 05:01 Uhr

WG oder Wohnheim? : So leben Studenten in Rostock

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Wichtige Frage zum Semesterstart: Alleine wohnen, in eine Wohngemeinschaft oder ins Wohnheim?

svz.de von
erstellt am 07.Okt.2014 | 12:00 Uhr

Zentral günstig wohnen – davon träumen in Rostock viele. Aber ist das in der Hansestadt für Studenten überhaupt erschwinglich? Für WG-Mitglied Moritz Nagel ja: „Wir zahlen warm 600 Euro für 68 Quadratmeter – inklusive Fahrradabstellmöglichkeit im Garten mit Rasenfläche hinter dem Haus“, sagt der Student der Umweltingenieurwissenschaften im zwölften Semester.

An seine Dreier-WG in der Gartenstadt ist der 27-Jährige durch www.wg-gesucht.de gekommen. Trotz großen Andrangs hatte er Glück, denn „eine Freundin von mir hat hier gewohnt und einen Mitbewohner gesucht“, so der Schweriner, der gerade seine Master-Arbeit schreibt.

Als weitere Wohnungsbörse empfiehlt er das Schwarze Brett bei Facebook. Daneben können Studenten sich an Anbietern wie Mitwohnzentrale, Studentenwerk und die Wohnungsgesellschaft Wiro wenden. Oder ganz traditionell aufs Schwarze Brett an der Uni schauen. „Die Anfragen von Studenten sind zurückgegangen, weil unser Wohnungsbestand nicht mehr viele WG-Wohnungen oder für Studenten geeignete Wohnungen beinhaltet“, sagt Thomas Knaak von der Mitwohnzentrale Rostock. Wenn überhaupt, mieten Studenten diese Wohnungen nur für ein- oder zwei Monate an, um in der Zwischenzeit etwas anderes zu suchen.

Die Wiro versucht, sich mit ihrem WG-Portal und Aktionen wie dem günstigeren Semester-Wohnen im Nordosten und Nordwesten sowie ihren Studentenappartements in Südstadt und Kröpeliner-Tor-Vorstadt auf die Belange von Studenten einzustellen. „Pro Semester kriegen wir mehrere 100 Anfragen von Studenten“, sagt Wiro-Sprecherin Dagmar Horning. Viele Studenten seien jedoch in der Innenstadt auf der Suche. „Wenn wir dort nichts haben, bieten wir eine Alternative an“, so Hornung.

Der Verein Deutscher Mieterbund Rostock verweist auf die Internet-Seite www.studenten-wg.de/Rostock: „ Angebote für ein WG-Zimmer in Rostock (Stadtmitte) findet man zum Beispiel dort“, sagt Thomas Czech vom Mieterverein. Diese reichten von etwa 7 Euro netto kalt bis hin zu zirka 18 Euro pro Quadratmeter. Der durchschnittliche Preis pro WG-Zimmer liegt 2014 laut Mietspiegel auf dieser Website bei 219,32 Euro pro Zimmer (netto, kalt) und 271,95 Euro (brutto, gesamt). „Diese Werte decken sich mit den von uns in Beratungsgesprächen gemachten Erfahrungen“, sagt Czech. Grundsätzlich bestimmen laut Mieterbund zwei Tendenzen den Rostocker Wohnungsmarkt: Je kleiner die Wohnung, desto höher der Mietpreis. Je dichter die Wohnung zur Universität beziehungsweise Stadtmitte liegt, desto höher der Mietpreis.

Moritz Nagel jedoch ist zufrieden mit seiner WG: „Für mich ist das im Moment die beste Wohnsituation“, sagt der WG-Gründer. Schließlich sei es in der Studentenzeit cool, viele Leute kennenzulernen. „Das hier ist die beste WG, die ich je hatte“, sagt der Student. Mit seinen Mitbewohnern Tom und Julia, ebenfalls Studenten, arrangiere er sich in allen Lebenslagen gut – „als Vorübung, wenn ich irgendwann mal eine eigene Familie gründe“, sagt er. Die drei kaufen gemeinsam ein, quatschen abends und hören Musik. „Wir haben uns einen Plattenspieler aus dem Keller geholt und eine Nadel bestellt“, erzählt der WG-Liebhaber. Mit der neu angeschafften Geschirrspülmaschine seien nun alle Probleme erst mal aus dem Weg geräumt.

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