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Norddeutsche Neueste Nachrichten

19. November 2017 | 17:09 Uhr

Kunstgenuss : So klingt Rostock

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Als größter Klangkörper des Landes sorgt die Norddeutsche Philharmonie im Volkstheater für Musik auf höchstem Niveau

von
erstellt am 31.Mai.2014 | 10:00 Uhr

Sie blickt auf eine mehr als 100-jährige Tradition zurück, ist gerade in jüngster Zeit immer wieder von Sparmaßnahmen betroffen und sorgt dennoch regelmäßig für Musikgenuss auf höchstem Niveau – die Norddeutsche Philharmonie. Als Orchester der Hansestadt bestreitet sie nicht nur zehn Philharmonische Konzerte pro Spielzeit, sondern gibt auch bei Sonderkonzerten, Musiktheaterproduktionen und immer wieder auch im Tanztheater den Ton an. Das A-Orchester ist Mitglied der Europäischen Filmphilharmonie, eines Verbundes, der die Aufführung und Aufnahme von orchestraler Filmmusik fördert. Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens wurde die Philharmonie 1998 mit dem Kulturpreis der Hansestadt Rostock geehrt.

Mit ihren mehr als 70 Mitgliedern ist die Norddeutsche Philharmonie der größte Klangkörper Mecklenburg-Vorpommerns. Solo-Schlagzeuger Wolfgang Morbitzer ist seit 1988 dabei. „Und ich habe es bisher nicht bereut. Es ist ein wunderbarer Beruf“, sagt er. Die Freude an der Musik mache alle Widrigkeiten wett. Denn die Arbeit als Orchestermusiker ist anspruchsvoll. Jeden Tag wird morgens im Tutti geprobt, dann stehen zwei bis drei Stunden individuelles Üben an. Am Abend kommen die Musiker erneut in der Orchesterprobebühne im Haus der Musik zusammen, wenn nicht Konzerte oder Aufführungen anstehen.

Dennoch lässt es sich Kontrabassist Anreas Ott nicht nehmen, in seiner Freizeit immer mal wieder mit wechselnden kleineren Ensembles aufzutreten. Mit sechs Jahren hat er angefangen, Musik zu machen, kam 2004 zur Norddeutschen Philharmonie und ist gerade neuer Orchestervorstand geworden.

Heute Abend steht die Premiere der „Operngala“ im Großen Haus auf dem Spielplan. Kapellmeister Manfred Hermann Lehner hat das Programm mit Philharmonie, Solisten, Opernchor und Singakademie einstudiert. Einige für die Musiker ganz neue Stücke seien dabei. „Andere haben sie schon 100-mal gespielt. Das holt man dann wieder hervor“, sagt der Dirigent. Das musikalische Gedächtnis sei enorm, bestätigt auch Wolfgang Morbitzer. „Vor allem, wenn es gute Musik ist“, fügt Manfred Hermann Lehner hinzu. Eine spannende, wenn auch nicht ganz neue Erfahrung war es für Wolfgang Morbitzer, als er für das Programm „Broadway Highlights“ zusammen mit dem Tänzer David Bauer eine Solo-Nummer einstudierte. „Das hat wunderbar funktioniert. Tanz und Rhythmus gehören ja auch zusammen“, sagt der Schlagzeuger. Dennoch sei er auch nervös gewesen. „Im Orchesterspiel sind wir eine Gemeinschaft. Es ist schon etwas anderes, wenn man da heraustritt und auf einmal zwei Scheinwerfer auf einen gerichtet sind“, erzählt Wolfgang Morbitzer.

Auf ihrer neuen Probebühne im Haus der Musik fühlen sich die Orchestermitglieder wohl. Jahrzehntelang mussten sie mit der Wellblechbarracke im Kehrwieder Vorlieb nehmen. Mittlerweile ist diese dem Erdboden gleich gemacht. Der Traum von einem neuen Konzertsaal bleibt. Vielleicht erfüllt er sich in einem Theaterneubau. Generell sei die Philharmonie ständig auf der Suche nach neuen Räumen. „Die Kammerorchesterkonzerte in der Kunsthalle haben sich mittlerweile gut etabliert“, sagt Andreas Ott.

Neue Spielstätten für neue Konzertformen wären eine schöne Ergänzung, findet Manfred Hermann Lehner: „Ich könnte mir zum Beispiel gut vorstellen, die Tradition der Liederabende wieder aufleben zu lassen.“

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