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Norddeutsche Neueste Nachrichten

22. August 2017 | 13:12 Uhr

Rostock : Sind Kitas bald länger offen?

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Senator will den Bedarf der Eltern prüfen. Laut Uni-Befragung befürworten 40 Prozent Veränderungen.

Sozialsenator Steffen Bockhahn (Linke) will die Kita-Öffnungszeiten in Rostock möglicherweise erweitern. Zunächst sei es aber sein Ziel, die „Bedarfe in den einzelnen Sozialräumen zu ermitteln“, schreibt er in einer Informationsvorlage für den Jugendhilfeausschuss der Bürgerschaft. Diese seien bisher nicht genau erfasst. Daher sei derzeit auch offen, ob die Wünsche der Eltern durch das bestehende Angebot abgedeckt werden könnten.

Eine Befragung der Rostocker Uni von Ende 2014 hatte zwar ergeben, dass 40 Prozent der Umfrageteilnehmer veränderte Öffnungszeiten begrüßen würden. Zugleich stellten die Wissenschaftler aber fest, dass bereits vorhandene verlängerte Betreuungsangebote von den Eltern nicht ausgeschöpft werden. Als Grund für den Wunsch nach Veränderungen gaben fast alle Betroffenen ihren Job an. 30 Prozent hoffen demnach auf Öffnungszeiten bis 20 Uhr, sechs Prozent bis 21 beziehungsweise 22 Uhr. Neun Prozent befürworten einen Frühstart ab 5 Uhr, 14 Prozent eine Wochenendbetreuung und sieben Prozent würden die Betreuung an Feiertagen in Anspruch nehmen.

Immerhin 3,5 Prozent gaben an, ihre Kinder auch über Nacht in die Hände der Erzieher geben zu wollen beziehungsweise müssen. Bei aktuell insgesamt 9141 betreuten Kindern im Krippen- und Kindergartenalter sind das umgerechnet 320 Plätze. Allerdings würden weder die Praxis noch die Rückmeldungen der Träger diesen Bedarf bestätigen, erklärt Bockhahn. Die Gesellschaft für Gesundheit und Pädagogik (GGP), die seit Monaten auf die Betriebserlaubnis für eine 24-Stunden-Kita wartet, hatte dieser Darstellung mehrfach widersprochen. Mittlerweile soll die Erlaubnis kein Problem mehr sein. Die ebenfalls benötigte Leistungs-, Qualitätsentwicklungs- und Entgeltvereinbarung fehlt hingegen weiter.

Aktuell bieten Rostocks Kindertageseinrichtungen eine maximale Öffnungszeit von 5.30 bis 20.30 Uhr an. Die Horte haben maximal zehn Stunden geöffnet. Sollte das ausgeweitet werden, drohen den Eltern Mehrkosten, warnt Bockhahn. Und zwar unabhängig davon, ob sie das Angebot wahrnehmen. Denkbar seien trotzdem mehrere Modelle. Etwa, dass mindestens eine Kita pro Stadtteil zwischen 5.30 und 20.30 Uhr Betreuung anbietet und das an allen sieben Tagen der Woche. Auch könnten Senioren oder Studenten Kinder in deren Zuhause betreuen. Allerdings sei zuerst zu klären, wie viel Geld die Stadt investieren will. Außerdem, so der Sozialsenator: „Bei allem Handlungsbedarf müssen Bedenken bezüglich der möglichen Beeinträchtigung der Eltern-Kind-Beziehung sowie des Kindeswohls immer Priorität genießen.“ Der Arbeitsmarkt dürfe nicht die Standards und Konzepte in der Kinderbetreuung vorgeben.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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