Computer-Café Rostock : Silver-Surfer wissen Rat

Helferin in der Not: Mandy Kröppelin
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Helferin in der Not: Mandy Kröppelin

Computer-Café im Europäischen Integrationszentrum bietet Hilfe für Senioren

svz.de von
08. Juni 2016, 12:00 Uhr

„Oh, Gott, ich habe das Internet kaputt gemacht.“ Die beruhigende Antwort steht auf der Rückseite der Anmeldekarte: „Keine Angst! Wir helfen!“

Wir, das sind die Silver-Surfer, die als Senioren-Technik-Botschafter in Mecklenburg-Vorpommern als ehrenamtliche (weißhaarige) Engel fungieren, um Neueinsteigern Berührungsängste zu nehmen beim Umgang mit Smartphone, Tablet und Computer oder Fragen zu technischen Problemen beantworten. Auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat das Europäische Integrationszentrum Rostock, Mühlenstraße 9, in der Vergangenheit fast 40 Seniorinnen und Senioren ausgebildet, die in ganz MV als Multiplikatoren aktiv sind.

Es ist der erste Montag im Monat und eine kleine Gruppe von vier Seniorinnen und Senioren wird von Mandy Kröppelin begrüßt. Sie ist zwar noch nicht im 50plus-Alter, aber eine kompetente und einfühlsame Lehrerin, die auf jede Frage eine Antwort weiß und die Seelen der verschiedenen Android-Smartphones bis in den letzten Winkel kennt. Gisela Buske möchte wissen, weshalb ihr Handy so viel Energie verbraucht und lässt sich erklären, wie sie den Energiesparmodus einstellen muss. Nun ist ihr Ehemann Eberhard Buske an der Reihe. „Fragen? Bei mir gibt es nur Fragen“, sagt er, „ich muss ganz von vorne anfangen“. Sein Nebenmann nickt. „Mir geht es ebenso.“

Die vom Europahaus angebotenen Einsteigerkurse sind ausgebucht, die Wartelisten ellenlang. Geduldig erklärt die Fachfrau, was unter WhatsApp zu verstehen ist und wie eine App funktioniert. Der Play Store wird geöffnet und Eberhard Buske lernt, wie er zum Beispiel die Öffi-App installieren kann. Er staunt, als er erfährt, wie durch ein paar Klicks der öffentliche Nahverkehr der Hansestadt mit Haltestellen und Verbindungen auf sein Handy gelangen kann.

„Installieren Sie die App aber erst, wenn Sie WLAN-Anschluss haben, damit schonen Sie Ihren Handy-Vertrag.“ Sein Mitschüler möchte wissen, wie er auf seinem Display die Apps entfernen kann, die er nicht benutzt. Er hat ein kleines Handy von einem Vorbesitzer übernommen und möchte es nach seinen Bedürfnissen einrichten. Er lernt, wie die Apps mit einer Fingerbewegung verschoben oder entfernt werden können, dafür der Taschenrechner seinen Platz im Display findet. „Und wie komme ich überhaupt ins Internet? Ich habe zwar einen Vertrag, aber …“ Auch das Problem wird gelöst und dabei lernt die Schülerrunde, wie wichtig es ist, die Datennutzung im Auge zu behalten, um unliebsame Nachzahlungen zu umgehen.

Überhaupt, das Problem Sicherheit im Netz interessiert alle. Unliebsame Werbung, Sexangebote als Mail, GPS – all das sollte auf den gedanklichen Prüfstand. Im Internet einkaufen? Warum nicht. Aber die anschließende Werbeflut muss nicht sein. „Also“, erklärt Mandy Kröppelin, „verwischen Sie Ihre Spuren, lassen Sie nicht zu, dass die Daten gespeichert werden.“ Und wir lernen, was dafür zu tun ist. Am nächsten ersten Montag im Juli startet die nächste Schulstunde – auch für Tablet und Laptop.

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