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Norddeutsche Neueste Nachrichten

15. Dezember 2017 | 11:27 Uhr

Studentenorchester : Sie spielen für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Sinfonietta des Freien Studentenorchesters Rostock unterstützt Studenten-Initiative „Starthilfe Rostock“.

Jeden Montag erklingt im Hörsaal der Schwaanschen Straße Georges Bizets L’Arlésienne. Der französische Komponist wäre sicher erfreut, denn die Hoffnung auf eine versöhnliche Gesellschaft, die ihn sein ganzes Leben begleitet hat, treibt auch das Spiel der Musiker des Freien Studentenorchesters Rostock (FSOR) an. Geprobt wird für ein Benefizkonzert zugunsten der jungen Studenteninitiative „Starthilfe Rostock“.

Das von drei Lehramtsstudentinnen gegündete Projekt will Flüchtlingen bei der Integration in Rostock helfen. „Das Problem in Rostock ist, dass es außerhalb der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Satower Straße keinerlei Angebote für Flüchtlinge gibt,“ beschreibt Julia Eimicke, eine der drei Gründerinnen. Wenn die Familien das Asylbewerberheim verlassen und in eigenen Wohnungen untergebracht werden, verlieren sie die Möglichkeit, Hilfsangebote wahrzunehmen. Diese Lücke möchte „Starthilfe Rostock“ füllen. „Wir verstehen uns als Vermittlungsplattform für Studenten, die Interesse an ehrenamtlicher Arbeit mit Flüchtlingen haben“, so Julia Eimicke weiter. Einzige Voraussetzungen sind eine hohe kulturelle Sensibilität und die Bereitschaft mindestens vier Monate dabei zu bleiben.

Nach Vorgesprächen zwischen Flüchtlingsfamilien und interessierten Studenten sollen letztere vor allem Sprachförderung und Hausaufgabenhilfe betreiben. Zwar arbeiten die drei Gründerinnen ehrenamtlich, Kosten entstehen aber trotzdem, vor allem für Öffentlichkeitsarbeit und Lernmaterialien. Die Freude über das Angebot des FSOR, ein Benefizkonzert für die studentische Initiative zu gestalten, war daher umso größer.

„Als die Pegida-Demonstrationen überall im Land aufkamen, war das Anlass für uns, den Populisten ein versöhnliches Projekt entgegenzusetzen, das für Toleranz wirbt“, erläutert Stephan Marquardt, Teil des Orchestervorstands. Das FSOR hat darin Erfahrung, in der neunjährigen Geschichte des Ensembles wurden immer wieder Benefizkonzerte zugunsten sozialer Projekte gegeben. Das Besondere daran: Das Konzertjahr endet für die Orchestermusiker mit ihrem Winterkonzert kurz vor Weihnachten, die regulären Proben beginnen erst wieder im April. Die Teilnahme an diesem Konzert ist also fakultativ.

„Als wir das Projekt vorgestellt haben, dem die Einnahmen aus dem Konzert zugute kommen, merkten wir, dass die Begeisterung und Unterstützung dafür sehr hoch ist“ beschreibt Theresa Lücking, die auch Mitglied des Orchestervorstands ist. Trotz der Prüfungszeit haben sich mehr als 20 Freiwillige gefunden, die unter dem Namen „Sinfonietta SFOR“ Werke von Bizet, Fauré und Dvorák einstudieren und diese dann am 18. April, voraussichtlich in der Heiligen-Geist-Kirche, aufführen.

Kontakt: info@starthilfe-rostock

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