zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

25. November 2017 | 10:56 Uhr

Sie retten im Job Leben

vom

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2013 | 08:57 Uhr

Warnemünde | Wenn die die Seenotretter aus Warnemünde zum Einsatz ausrücken, sind oft Menschen in Lebensgefahr. Daran hat sich zwischen den Einsätzen von Warnemündes legendärem Lotsenkommandeur Stephan Jantzen und den Crews der heutigen Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) nichts geändert.

Deutlich verbessert haben sich die Bedingungen, die Schiffe und deren Ausrüstung. Während Jantzens Männer in offenen Ruderbooten, nur mit eigener Muskelkraft und ohne Hilfsmittel gegen die stürmische See kämpfen mussten, sind heutige Seenotkreuzer und deren Rettungsmittel technisch auf dem neuesten Stand. "Wir sind eine der modernsten Flotten der Welt", sagt Jörg Westphal, Leiter des Informationszentrums der DGzRS. 60 bis 80 Einsätze haben der Seenotkreuzer "Arkona" und sein Tochterboot "Caspar" 2012 absolviert. Zu den Stephan-Jantzen-Tagen liegt die "Vormann Jantzen" an der Mittelmole. Heute ist der Kreuzer Reserve-Schiff in den verschiedenen Revieren der DGzRS. "Das ist die Besonderheit, dass wir überall zwischen Nord- und Ostsee unterwegs sind", sagt Vormann Uwe Radloff. Deshalb ist die Crew kleiner - insgesamt fünf Leute sind im Ernstfall und im Alltag an den Liegeplätzen im Einsatz.

Sie haben eine Feuerlöschkanone an Bord - bei den Profis auch Feuerlöschmonitor genannt - die 6000 Liter pro Minute Richtung Brand feuert. Auf dem Kreuzer "Arkona" sind es sogar 36 000 Liter pro Minute. Die Männer haben eine medizinische Ausrüstung an Bord und als neueste Errungenschaft einen Rettungssteg, wie die zwölf Quadratmeter große, einer Luftmatratze ähnliche Insel heißt. Es gibt ein Leinenschussgerät, mit dem die Besatzung eine Verbindung zu Havaristen herstellen kann. Das Tochterboot "Butscher" hilft zum Beispiel, wenn das Wasser für die "Vormann Jantzen" nicht tief genug ist.

Neben den spektakulären Einsätzen gibt es auch ruhige Tage. Da bilden Radloff, Maschinist Steffen Schmeißer und die anderen Männer nach Radloffs Bekunden eine "dufte Herren-WG". 14 Tage arbeiten sie am Stück, 14 Tage sind sie zu Hause. An Bord müssen alle Maschinen und Geräte technisch immer in Schuss und gut gewartet sein. Dann gibt es noch praktische Aufgaben: Die Männer bekochen sich selbst, außerdem blitzt und blinkt es an Bord. "Unsere Gesellschaft wird ausschließlich von Spenden finanziert, es gibt keine staatlichen Zuschüsse", so Radloff. Damit die Spenden nicht ausgehen und neue Förderer und Freiwillige gewonnen werden, wirbt die DGzRS beim Open Ship. Über diesen Weg ist übrigens Steffen Schmeißer zu seinem Job gekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen