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18. Dezember 2017 | 10:13 Uhr

Sie lassen Schnecken keine Chance

vom

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 09:23 Uhr

Gartenstadt | Grit Reis ist begeistert. Fünf Wochen Paul, Paul und Paul und die gefräßigen Schnecken, die sich zuvor über ihre Erdbeeren, ihren Kohlrabi und ihre Sonnenblumen hergemacht hatten, sind aus ihrem Garten verschwunden. Die drei indischen Laufenten haben ganze Arbeit geleistet - und noch dazu für Unterhaltung gesorgt. Freunde, Nachbarn und Bekannte der Familie kamen vorbei, um die Tiere zu beobachten, während sie auf der Suche nach Schnecken durch die Beete wuselten oder ein Bad im Teich nahmen. "Das hat riesig Spaß gemacht", sagt Reis.

Doch jetzt ist dieser Spaß erst einmal wieder vorbei. Paul, Paul und Paul sind nach erfüllter Mission zu ihrem Verleiher, dem Biogärtner Wolfgang Rohde, in die Gartenstadt zurückgekehrt. Höchste Zeit, denn der 63-Jährige hat die Olsen-Bande, wie er sie nennt, bereits vermisst. Außerdem werden sie auch hier dringend gebraucht, um auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände für Ordnung zu sorgen. "Ich bekomme keinen Salatkopf verkauft, wenn die Schnecken dran waren", sagt Rohde. Das weiß er aus Erfahrung.

Im vergangenen Jahr bescherte eine Plage dem Biogärtner Verluste. Bier-Fallen und Ähnliches halfen nicht. Und: "Chemie kommt für uns nicht in Frage", sagt er. Also schaffte er sich die Laufenten an - zunächst das Pärchen Paul und Paula und dann die drei Erpel Paul, Paul und Paul. Ihr Vorteil: Sie haben sich auf Schnecken und ihre Gelege spezialisiert. Für Salat, Obst und Gemüse interessieren sie sich dagegen nicht. "Im Winter haben wir sie erst einmal durch die Gewächshäuser geschickt", erzählt Rohde. "Und auch im Garten haben sie schön aufgeräumt." Ein voller Erfolg.

Neben ihrer Leibspeise, den Schnecken, von denen sie etwa zehn pro Tag vertilgen, brauchen die flugunfähigen Vögel nicht viel zum Leben. Ausreichend Wasser zum Nachspülen und zum Baden, abends ein paar Getreidekörner und ein Häuschen mit Stroh, das sie in der Nacht vor dem Fuchs schützt. Außerdem sollte das Gelände, auf dem sie leben, unbedingt umzäunt sein. Denn: "Sonst laufen sie weg und finden den Rückweg nicht", sagt der Biogärtner. In den Monaten, die sie nun schon bei ihm leben, hat er ein intensives Entenstudium betrieben.

Die Laufenten zu verleihen, war ursprünglich gar nicht geplant. Doch seit sich herumgesprochen hat, wie effektiv das eingeschworene Team arbeitet, fragen immer wieder Kunden der Gärtnerei an. Und so denkt Wolfgang Rohde bereits darüber nach, den Verleih auszuweiten. Ziel seien drei bis vier Pärchen. Paul und Paula kümmern sich schon um Nachwuchs. "Ich gehe davon aus, dass es dieses Jahr noch was wird", sagt der 63-Jährige. Bis es so weit ist, bleibt die Arbeit jedoch an Paul, Paul und Paul hängen.

Da ihre ersten Erfahrungen mit den Dreien so gut waren, will auch Grit Reis die Laufenten nach ihrem dreiwöchigen Sommerurlaub unbedingt wieder buchen. "Ich kann es sehr empfehlen", sagt die Rostockerin. Schon allein der Unterhaltung wegen.

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