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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. November 2017 | 04:09 Uhr

Hilfe für Flüchtlinge : Sie helfen beim Ankommen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Studenten und Mitarbeiter vom Jugend-, Sprach- und Begegnungszentrum MV fördern Geflüchtete und Schulen

von
erstellt am 28.Sep.2016 | 12:00 Uhr

Integration ist die ganz große Herausforderung in dieser Zeit. Das Jugend-, Sprach- und Begegnungszentrum (JSB) MV leistet seinen Beitrag, indem es aktuell acht Rostocker Schulen, an denen viele Geflüchtete lernen, mit Kursen unterstützt.

„Das Projekt Airos – Ankommen in Rostock – richtet sich an jugendliche Geflüchtete zwischen 12 und 19 Jahren“, erklärt Mitarbeiterin Andrea Pecnik (38). In 16 möglichst homogenen Gruppen werden sechs bis acht Schüler gefördert – ergänzend zum Unterricht, sprachlich, fachlich und sozial, erklärt Kollegin Susanne Müller (32). Als die Zahl der Flüchtlinge in Rostock wuchs, haben die Koordinatorinnen für die Sprachförderung ihre Projektarbeit darauf spezifiziert. Neben ihnen sind jährlich rund 35 bis 40 Ehrenamtliche, vor allem Studenten der Lehrämter, für die Sprachförderung aktiv. Sie sind es, die nach Coachings und Anleitungen kleine Gruppen fördern. Zwei von ihnen sind Irina Ten und Henrike Klaß – mittlerweile schon erfahrene Ehrenamtliche. Beide studieren Lehramt, die 23-jährige Irina für Sonderpädagogik, die 22-jährige Henrike für regionale Schulen Englisch und Französisch. „Ich habe Schüler an der Hundertwasser-Schule betreut – 15-, 16-, 13-Jährige aus Syrien, Afghanistan oder auch Kasachstan“, sagt Irina. Gemeistert hat sie das mit einer anderen Studentin ohne Dolmetscher. „Viel ging mit Bildern und Zeigen. Mittlerweile können sie gut sprechen“, sagt Irina. „Die Schüler kommen mit ganz unterschiedlichen Lernerfahrungen an die Schulen“, erklärt Andrea Pecnik. Syrische hätten oft eine gute Basis, für sie wirke die Schule hier verhältnismäßig locker. Andere hätten noch nie eine Schule besucht. Die Einstufung in die Klassen ist entsprechend unterschiedlich. Großes Thema: die Sprachbarriere. Ausgleichen sollen die Deutsch-als-Zweitsprache-Kurse, die für Schüler vorangehen.

Henrike hat ab Herbst 2015 11- bis 18-Jährige an der Krusensternschule unterstützt – syrische, afghanische und ukrainische Schüler. „Wir versuchen, unseren Ehrenamtlichen die Sorge vor der Sprachbarriere zu nehmen“, sagt Andrea Pecnik. Sie und ihre Kollegin haben selbst umfangreiche Erfahrungen mit Sprachförderung von Migranten. Davon profitieren ihre Studenten, für die sie jederzeit ansprechbar sind und reglmäßig Weiterbildungen organisieren.

Henrike und Irina haben nach ihren ersten Gruppen noch weitere übernommen. Beim neuen Airos-Projekt wird Henrike eine Sondergruppe betreuen, für die die Warnowquerung die Patenschaft übernommen hat. Sie wird fortgeschrittene Acht- bis Zehntklässler bei der beruflichen Orientierung unterstützen. Für Irina geht es wieder an die Hundertwasser-Schule. Einmal wöchentlich für zwei Stunden über ein Jahr werden sie und andere Studenten Jugendliche betreuen, ihnen bei der Alltagsbewältigung helfen, Potenziale herausstellen und ihnen ihr neues Viertel zeigen. „Sie sollen ein Gefühl kriegen für Rostock“, sagt Andrea Pecnik, „sich im Sozialraum zurechtfinden. Die Förderung ist sehr kreativ und interaktiv“.

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