Maritim : Service am Riesen-Ponton

Den Fortschritt am Service-Center begutachten Karol Obarek, Frank Böhm und Gisbert Ruhnke (v. l.).
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Den Fortschritt am Service-Center begutachten Karol Obarek, Frank Böhm und Gisbert Ruhnke (v. l.).

Am einstigen Fähranleger entsteht rechtzeitig zur Hanse Sail ein maritimes Dienstleistungszentrum

svz.de von
30. Juli 2014, 06:00 Uhr

Am Fähranleger Oldendorf entsteht ein maritimes Dienstleistungszentrum. Kernstück bildet ein 60 Meter langer und zwölf Meter breiter Ponton mit 50 mal 10 Meter hohen Aufbauten, der aus dem holländischen Dordrecht über Rotterdam und Nord-Ost-Kanal vom Schlepper „Axel“ hierher bugsiert wurde. Gegenwärtig laufen die Ausrüstungsarbeiten auf Hochtouren. Neben dem Rostocker Bunker-Service etabliert sich hier der traditionsreiche Boots- und Yachtausrüster A. W. Niemeyer (AWN) mit seinem umfangreichen Sortiment.

An Bord ist AWN-Vertriebsleiter Torsten Dittbrenner mit Kollegen gerade mit dem Einbau der Regale für die Ladenstraße beschäftigt. Was sie füllen wird, veranschaulicht ein bunter Katalog des seit 1745 in Hamburg tätigen Unternehmens, das bislang zehn Filialen in Deutschland betreibt und auch in Österreich und der Schweiz vertreten ist. Bald dürfte nun auch der Fähranleger in Oldendorf als Versorgungsquell eine gefragte Adresse sein. In den nächsten Tagen wird die Bunkerschute erwartet, die neben dem Ponton festmachen wird. Bis zur Hanse Sail soll der Komplex dienstleistungsbereit sein, um dann schrittweise sein Angebot auszubauen.

Mit rund einer Million Euro beziffert Ingo Lingrön die Investition – das Schiff nicht eingerechnet. Der Kapitän und Schiffsexperte, ein gebürtiger Rostocker, gehört zu den Investoren, die mit diesem Versorgungspunkt für Skipper auch zehn Arbeitsplätze schaffen. Die Räumlichkeiten bieten auch Platz für Büros, Wohn- und Schulungsräume. An Deck gibt es eine Terrasse. Geschäftsführer des Rostock Bunker-Service ist Karol Obarek, der als Hafenfachmann vom Auto- bis Containerumschlag in Bremerhaven tätig war. Mit seinem Know-how beratend zur Seite steht Frank Böhm vom Hamburg Bunker-Service.

So soll zum umfassenden Service neben der Betankung von Schiffen und Booten, dem Handel mit Mineralöl, Schmierölen und Ersatzteilen auch die Lieferung von Frischwasser sowie die Abnahme von Fäkalien gehören. AWN will in einer Werkstatt einige Wartungsarbeiten, so unter anderem für Rettungsmittel, anbieten. Eine Skipper-Akademie wird eingerichtet. Die Skipper können mit ihren Schiffen und Booten von an dieser Stelle sechs Meter tiefen Wasser neben dem Ponton längsseits gehen und die vielfältigen Dienstleistungen entgegennehmen. Die Größe der Schiffe begrenzt lediglich die Länge des Pontons.

Seit einem Jahr laufen die Vorkehrungen für diese Bunkerstation, die so manch Provisorien erübrigt und für die Marinas entlang der Warnow auch ein Beitrag zum Umweltschutz sei, betont Hafenkapitän Gisbert Ruhnke. 24 Stunden wird die Station besetzt sein. Versteht sich, dass der Tankwart auch gleich an Bord wohnt. Einige Räumlichkeiten, so Lingrön, sind noch zu vermieten. So wird eine Dienstleistungslücke auf der Warnow gerade rechtzeitig zur Hanse Sail geschlossen.



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