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Norddeutsche Neueste Nachrichten

18. Dezember 2017 | 17:31 Uhr

Silver Surfer in Rostock : Senioren surfen durchs Netz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Das Projekt Technik-Botschafter läuft von Rostock aus im gesamten Land und macht ältere Menschen mit der digitalen Welt vertraut

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Facebook, Skype, Twitter, Laptop, Smartphone, Tablet – für viele ältere Menschen ist der Umgang mit den modernen Medien ein Buch mit sieben Siegeln. Dabei können sie helfen, das Leben zu erleichtern. Davon ist Peter Boldt vom Europäischen Integrationszentrum in Rostock überzeugt. Er koordiniert das Projekt Senioren-Technik-Botschafter – kurz Silversurfer. Das wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen. Das Ziel: Senioren erklären Senioren die moderne Technik und wie sie diese für sich nutzen können. Allein in Rostock gibt es sechs solcher ehrenamtlichen Senioren-Technik-Botschafter, im ganzen Land rund 30, unter anderem in Greifswald, Stralsund, Güstrow und Bützow. „Im Prinzip, über das ganze Land verteilt“, sagt Boldt.

Annähernd jeder dritte Rostocker ist älter als 60 Jahre, jeder fünfte sogar 65 und älter. Nicht jedem fällt es leicht, mit der modernen und zugleich sich so schnell verändernden Medientechnik umzugehen. „Das ist nichts für mich“, sagen viele, weiß Peter Boldt. Dabei können auch ältere Menschen davon im Alltag profitieren. Boldt nennt den öffentlichen Personennahverkehr. „Es ist doch einfacher, Fahrzeiten über eine App auf dem Smartphone abzurufen, als dicke Kursbücher zu wälzen“, sagt der Projektkoordinator. Auch wer etwas erleben, Konzerte, Theater oder andere Veranstaltungen besuchen möchte, werde über die verschiedenen digitalen Angebote fündig. „Denn nicht jeder Veranstalter plakatiert oder verteilt Flyer“, erklärt Boldt.

Dabei muss nicht jeder Senior einen PC, Laptop oder ein Tablet besitzen. Vielmehr gehe es darum, festzustellen, welches dieser digitalen Medien für den Einzelnen den „gewünschten Mehrwert“ bringt, erklärt Peter Boldt. Das ist ein Ansatz der Senioren-Technik-Botschafter, wenn sie zu den Veranstaltungen einladen. Über 200-mal kamen die Silversurfer im vergangenen Jahr zum Einsatz, erreichten dabei rund 1000 Teilnehmer, resümiert Peter Boldt. Dabei sind die Startvoraussetzungen bei den Kursusteilnehmern ganz unterschiedlich. „Es geht damit los, zu zeigen, wie ein Gerät gestartet wird und die Angst davor zu nehmen, es könnte etwas kaputt gehen.“ Andere wollen per Skype telefonieren oder haben Probleme mit dem E-Mail-Programm.

Natürlich könnte diese Technikhilfe auch im Familienkreis passieren, Enkel ihren Großeltern das beibringen und helfen. „Auch da gibt es Projekte“, sagt Peter Boldt. Doch die Erfahrung der Silversurfer zeige, der Erfolg dieses Projektes beruhe unter anderem auf der „unmittelbaren Hilfe, die die Ehrenamtler auf Augenhöhe anbieten. Die Technik-Botschafter kennen die Zielgruppe und deren Probleme aus eigenem Erleben“. Da geht es viel ruhiger zu, als wenn Enkel ihren Großeltern technisch auf die Sprünge helfen wollen.

Da die digitale Welt auch sehr schnelllebig ist, werden auch alle Silversurfer regelmäßig geschult. „Dabei erhalten wir Unterstützung von der Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern“, erklärt Peter Boldt. Denn eine staatliche Förderung wie im Jahr eins, als das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung angeschoben wurde, gibt es mittlerweile nicht mehr.

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