Gesellschaft : Senioren arbeiten an ihrer Zukunft

Aktiv im Alter: Die Seniorinnen vom Freizeittreff Süd-Pol der WG Marienehe und vom Awo-Treff häkeln und stricken zugunsten der Kinderkrebsstation der Uni-Klinik. Gisela Höffer (76) ist natürlich mit dabei. Sie leitet zwei Handarbeitskurse.
Aktiv im Alter: Die Seniorinnen vom Freizeittreff Süd-Pol der WG Marienehe und vom Awo-Treff häkeln und stricken zugunsten der Kinderkrebsstation der Uni-Klinik. Gisela Höffer (76) ist natürlich mit dabei. Sie leitet zwei Handarbeitskurse.

Eine Informationstag bringt Probleme des Alters auf den Tisch und zeigt Lösungen. In einer Studie wird analysiert, was Rentner wirklich brauchen

svz.de von
27. November 2014, 12:00 Uhr

Mit dem Älterwerden ist für viele Senioren eine große Sorge verbunden. Nicht mehr das Alleinsein steht an erster Stelle, sondern seine Wohnung verlassen zu müssen. Beim ersten Senioreninformationstag „Älter werden in der Südstadt und in Biestow“ im Heizhaus kamen diese und weitere Sorgen des Alters gestern auf den Tisch. Lösungsansätze gab es oben drauf.

Menschen mit unterschiedlichsten Geschichten kamen – eine 76-jährige Südstädterin, deren Mann starb, nachdem sie eine barrierefreie Wohnung bezogen, eine 67-Jährige aus Biestow, die mit der Familie ihres Sohnes zusammenlebt, oder ein Pärchen in den 80ern auf der Suche nach mehr Sicherheit. 5419 Menschen, die älter als 65 Jahre sind, leben in der Südstadt. Sie ist das Viertel mit dem höchsten Altersquotienten und damit auch für Petra Kirsten als Leiterin des Seniorenbüros der Hansestadt ein Schwerpunkt. Mit Veranstaltungen wie diesen, sagt sie, sollen Senioren mobilisiert werden, „sich für ihre Stadt und ihre Interessen einzusetzen“. Die Angebote zeigten auf, wie sie sich sicherer fühlen können. Die Volkshochschule stellte zum Beispiel Kurse wie Sturzprophylaxe vor, die Straßenbahn AG informierte über ihr Rollatortraining und der Pflegestützpunkt wies auf seine Angebote für den Alltag hin. Das kulturelle Programm mit Plattdeutsch, Tanz und Handarbeit lockerte die Atmosphäre bis in die späten Nachmittagsstunden. Schwerpunkt war die Zwischenauswertung einer Befragung von 500 Senioren aus der Südstadt und Biestow. Sie ist Teil des Modellprojektes „Länger leben im Quartier“ vom Landesverband Sozialpsychiatrie MV. „Wir haben erste Trends“, sagt Geschäftsführer Andreas Speck. 61 Prozent der 205 befragten Senioren sind sehr glücklich in ihrem Stadtteil. 60 Prozent leben allein. Mit ihrer Wohnsituation sind 35 Prozent eher zufrieden und zwei Prozent sehr unzufrieden. Grund dafür ist vor allem mangelnde Barrierefreiheit. Die Senioren wünschen sich einen Treffpunkt im Viertel und mehr öffentliche Toiletten. Ziel der Befragung ist, herauszufinden, wer die Senioren im Stadtteil sind, was sie sich wünschen und auch wie ihnen ermöglicht werden kann, lange in der eigenen Wohnung zu bleiben, sagt Speck. Daraus abgeleitet werden Diskussionsrunden und Maßnahmen, die die Stadt anvisieren kann, um ihrer immer älter werdenden Bevölkerung entgegenzukommen, erklärt Speck. Eine Vergleichsstudie läuft im ländlichen Raum.

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