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Debatte um Gewerbegebiet Brückenweg : Senator lehnt neue Brücke ab

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Gewerbegebiet in Dierkow wird ausgebaut. Ortsbeirat will Verkehr optimieren. Holger Matthäus macht Kosten-Nutzen-Rechnung auf.

von
erstellt am 28.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Das Gewerbegebiet Brückenweg in Dierkow-Neu wird erweitert. Dazu stellt das Stadtplanungsamt derzeit den Bebauungsplan für eine 23 Hektar große Fläche zwischen A 19, Brücke B 105 und Wendekreis auf. Dass mehr Gewerbeflächen entstehen, befürwortet der Ortsbeirat Dierkow-Neu, sieht aber auch drohende Probleme.

„Das Gewerbegebiet Brückenweg stellt bereits heute eine knapp einen Kilometer lange Sackgasse dar“, so Vorsitzender Martin Lau (CDU). Durch die Erweiterung würde sie auf zwei anwachsen. Der Beirat sieht „die entstehende verkehrliche Situation, insbesondere des ruhenden Verkehrs, kritisch“, so Lau. Seine Lösung: den öffentlichen Nahverkehr attraktiver machen. Das zukünftige Ende des Brückenwegs ist dicht an der Straßenbahnhaltestelle Haltepunkt Dierkow. Der Beirat wünscht sich eine Zuwegung für den fußläufigen Verkehr, „eine Über- oder Unterquerung der Gleisanlagen auf Höhe der ehemaligen S-Bahn Haltestelle Rostock-Dierkow“.

Für Rostocks Bausenator Holger Matthäus (Grüne) ist das eine Kosten-Nutzen-Frage, die er mit Nein beantwortet. Es seien künftig keine verkehrsintensiven Einrichtungen wie Discounter zu erwarten, das Aufkommen daher gering bleiben. Die Anbindung an L 22 und A 19 sei weiterhin unproblematisch. Eine Verlängerung der Buslinien werde geprüft. „Aufgrund der zu erwartenden geringen Verkehrsbelastung ist eine leistungsfähige und sichere Verkehrserschließung aller durch das geplante Gewerbegebiet neu erzeugten Verkehre auch in Zukunft über den Brückenweg gewährleistet“, sagt Matthäus. Eine Querung sei aus verkehrsplanerischer Sicht nicht notwendig. So ein Ingenieurbauwerk sei einfach sehr teuer. „Den hohen Kosten steht ein sehr geringer Nutzen gegenüber.“

Der Bauausschuss unterstützt den Ortsbeirat und fordert damit den Oberbürgermeister auf, zu prüfen, welche Maßnahmen für die Querung notwendig wären. Das soll nicht wie vom Beirat gefordert bis Juli passieren, sondern bis zur Auslegung des Bebauungsplanes, wie Stadtplanungsamtsleiter Ralph Müller vorgeschlagen hatte – zeitlich sei das völlig ausreichend. Der B-Plan erfasse zwar das notwendige Gebiet noch nicht, aber bis zur Satzung im nächsten Jahr sei dies veränderbar.

Externe Kosten entstehen der Stadt für den Bebauungsplan nicht, er wird intern erstellt, aber für Lärm- und naturschutzrechtliche Gutachten, Vermessung, Grünordnungsplan und die Umwandlung des bisherigen Waldes. Für 2016 sind 45 000 Euro und weitere 35 000 für 2017 eingeplant.

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