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20. November 2017 | 13:05 Uhr

Seltene Minke treiben im Ostseebad ihr Unwesen

vom

svz.de von
erstellt am 31.Jul.2013 | 09:08 Uhr

Warnemünde | Ein seltener Gast treibt im Ostseebad sein Unwesen. Mehrfach haben Warnemünder Anwohner bereits den Mink an der Westmole gesichtet. Nicht nur einen, sondern eine ganze Gruppe von Tieren soll sich nach Angaben von Fischer Karl-Heinz Ruschau (80) am Alten Strom tummeln: "Sie machen es sich in den Hohlräumen zwischen den Steinen im Bollwerk bequem." Mittlerweile sei die Nerzart sogar so sehr an Menschen gewöhnt, dass sie ab und an am helllichten Tage über die Steinbarriere huschen.

Auf dem Bernsteinkutter sollen die Tiere ebenfalls ihr Unwesen getrieben haben. Durch Löcher, die für die Verlegung des Landanschlusses da sind, sollen sich die Minke angeblich ihren Weg auf den Kutter gebahnt haben. Auf seinem eigenen fünfeinhalb Meter langen Motorboot "Butt" ist Ruschau den kleinen Raubtieren auch schon begegnet

"Eines Morgens wollte ich in den Maschinenraum gehen, plötzlich sprang mir das Tier entgegen und flüchtete über meinen Arm in die Freiheit", sagt er. Abgesehen davon, dass der Mink den Maschinenraum komplett vollgekotet habe, seien aber alle Gerätschaften ganz geblieben. "Er hat weder Kabel zerbissen noch etwas anderes kaputt gemacht", so der 80-Jährige. Eindeutig erkannt hat Ruschau die Tiere an ihrem markanten Fell. Die dunkelbraune Färbung und der leicht gedrungene Körper lassen sie leicht vom Marder unterscheiden. "Ein Tier hat sogar einen weißen Fleck auf der Brust", sagt er.

Warum sich die Minke an der Mole wohlfühlen, kann sich der Angler und Seetouristiker denken: "In den Mülleimern finden sie jede Menge Fressen." Da die amerikanischen Nerze Fleischfresser sind, jagen sie zudem die Ratten zwischen den Steinen. Das erfreut die Warnemünder, die seit Jahren von den kleinen Nagern geplagt sind. Allerdings bringt der Neuansiedler auch seine Nachteile mit sich. Der Mink wird nämlich zum unmittelbaren Feind der Stockente. So soll eine Gruppe der kleinen Pelztiere ein Gelege am Strom förmlich ausgeraubt haben. "Ganze acht Eier gingen dabei verloren", so Ruschau. Die Warnemünder werden künftig beobachten, welche Auswirkung die Neuansiedler für die heimische Tierwelt haben.

Ursprünglich war der Mink in Nordamerika beheimatet. Da sein dunkelbraunes Fell Begehrlichkeiten für die Bekleidungsindustrie weckte, wurden die Tiere in den 50er-Jahren nach Europa importiert und zur Zucht in Farmen gehalten. Einige von ihnen konnten ausbüxsen und sich hier ansiedeln.

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