See und Hafen : Selbst Parmesan darf nicht fehlen

Antonio Pagani ist der Inventory Officer der „Costa Favolosa“.  Fotos: Reiner Frank
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Antonio Pagani ist der Inventory Officer der „Costa Favolosa“. Fotos: Reiner Frank

Dass die Gäste der „Costa Favolosa“ gut versorgt sind, gewährleistet Antonio Paganis Team. Abschied für dieses Jahr aus Warnemünde. #wirkoennenrichtig

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06. September 2017, 12:00 Uhr

Am kommenden Freitag steuert der Kreuzliner „Costa Favolosa“ letztmals in dieser Saison von einer Nordland-Reise Warnemünde an. Von dort geht es dann ins Mittelmeer, wird über Harwich, Le Havre und Lissabon der Kurs nach Savona abgesteckt. Ein Teil der Besatzung wechselte schon vergangene Woche. Für Antonio Pagani (52), den Inventory Officer an Bord, beginnt nach der Überführungsreise eine mehrwöchige Freizeit, die ihn mit seiner Frau und den vier Kindern – zwei Jungen und zwei Mädchen – im fernen Guetamala vereint. Antonio Pagani hat in seiner Funktion mit seinem Zwölf-Mann-Team die Proviantierung und Ausrüstung des Schiffes für den Hotelbereich des 290 Meter langen Cruisers sicherzustellen. Die jeweils über 3000 Gäste an Bord wollen schließlich gut versorgt sein und auch kulinarisch gut auf Reisen gehen. Pagani hat im Hafen von Puerta Barrios gelernt, an der Universität Ökonomie studiert und ist seit September 1994 bereits bei Costa tätig.

Am vergangenen Freitag führte er uns durch sein Reich unterhalb der Passagierdecks mit den verschiedenen Lagern und Kühlräumen. Über lange Gänge bringen Staplerfahrzeuge die Paletten mit den verschiedenen Waren zu ihren Bestimmungsorten. All das, was sich hinter den Begriffen Food und Beverage sowie Hotelausrüstungen verbirgt, muss entsprechend gut gelagert sein. In einem Kühlraum sind ganze Schweinehälften zu sehen, nebenan die Fleischerei, wo sie zerteilt und für die Köche vorbereitet werden.

Allein 20 000 Eier werden für eine Nordlandreise geordert, 4000 Liter Bier können gezapft werden, 3800 Flaschen Wein, 12 000 Flaschen Wasser und diverse andere Getränke wie diverse Softdrink stehen bereit. 1600 Kilo Nudeln gewährleisten gewünschte Pasta-Gerichte. Da in Warnemünde aber ein Drittel der Passagiere Deutsche sind, stapeln sich im Lager auch die Kartoffelsäcke bergehoch.

2000 Kilo Käse bereichern die Angebote, so auch 20 Laib echter Parmesan, wie es italienischer Lebensart entspricht. 1200 Kilo frische und 1400 Kilo passierte Tomaten werden benötigt, aber auch 240 Liter Olivenöl.

Knoblauch, Zwiebeln, diverse Früchte wie Melonen, Mehl und diverse weitere Lebensmittel – all das, was die Köche zur Zubereitung schmackhafter Gerichte benötigen, muss vorhanden und während der Reise auch frischgehalten sein. Entsprechende Kontrollen gehören zu den alltäglichen Aufgaben eines Inventory Officers, eines Proviant-Meisters.


2018 kommt Costa wieder zu 16 Abfahrten


Das Entladen der Produkte, die zu 35 Prozent aus dem regionalen Umfeld kommen, erfolgt nach einem logistischen Konzept. Am vergangenen Freitag hatte es ein Truckfahrer, der sich zur Zollkontrolle falsch einfand, durcheinandergebracht. Sein Laster blockierte die folgenden Trucks. Antonio Pagani und sein Assistent Berto Simone waren verärgert, die Belieferung durch die für diesen Tag georderten zwölf Lastzüge verzögerte sich. Stillstand nicht nur für die eigenen Leute, sondern zudem für die beim Entladen übliche Verstärkung. Auch Dieter Schumacher und Lucas Matzig von der Firma Karpack müssen warten, bis sie mit ihren Gabelstaplern in Aktion treten können. Als sich aber die Lkw eingeordnet haben, geht es Schlag auf Schlag. Jeweils zwei Trucks zugleich werden von der versierten Umschlagscrew bedient. Die Paletten mit den verschiedenen Waren werden in Windeseile von den Lkw auf die Ladeluke gehoben, wo sie von Hubladern in die jeweiligen Lagerräume weiterbefördert und eingeordnet werden. Es läuft wie am Schnürchen und schließlich ist die Arbeit im Dienst der Versorgung des Schiffes an der Kaikante getan. Die „Costa Favolosa“ kann mit allen georderten Zulieferungen – vom Proviant bis zu Küchenausrüstungen und Toilettenpapier – die Leinen losmachen.

Mit dem Saisonverlauf in Warnemünde ist Hardy Puls, Chef von Costa Deutschland, insgesamt sehr zufrieden. Die Zusammenarbeit mit dem Hafen und dem Flughafen laufe sehr gut, betont er. Alle 16 Anläufe konnten reibungslos stattfinden.

„Unsere internationalen Gäste schätzen die bequeme Anreise und den unkomplizierten Einstieg ab Rostock. Auch unsere deutschen Gäste kommen gerne nach Rostock. Interessant: Von allen vier Abfahrtshäfen in Deutschland werden die Kreuzfahrten ab Warnemünde besonders von Kreuzfahrt-Neulingen geschätzt“, merkt der aus Rostock stammende Manager an. 2018 kommt die „Costa Favolosa“ wieder. Der erste Anlauf ist für den 18. Mai geplant. Insgesamt stehen dann wieder 16 Abfahrten auf dem Programm. Neben dem sieben-tägigen Klassiker „Land der Wikinger“, gibt es 2018 ein neues Angebot ab Warnemünde. Auf der 14-tägigen Tour „Magie der Fjorde“ geht es entspannt nach Norwegen. Allein in Bergen macht das Schiff drei Tage Station.

Wenn sich zum Abschied der diesjährigen Saison Costas „Märchenhafte“ am Freitag in Warnemünde mit seinem Typhon verabschiedet, mag das zugleich ein akustischer Hinweis darauf sein, dass dieser Tage in Turku der erste Stahlschnitt für den ersten von zwei Costa-Neubauten erfolgt, die mit verflüssigtem Erdgas (LNG) fahren werden.

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