SEK: Zugriff nach Todesdrohungen

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06. Januar 2013, 06:58 Uhr

Rostock | Gleich zwei mal musste die Rostocker Polizei am Wochenende ihr Sondereinsatzkommando (SEK) anfordern. In der Nacht zum Sonntag rastete ein 58-jähriger Mann in der Innenstadt aus, nachdem er und seine zehn Jahre jüngere Lebenspartnerin sich heftig gestritten hatten. Der Mann zückt plötzlich eine Pistole und droht, sich und seine Partnerin zu erschießen.

Der Frau gelang es allerdings, aus der Wohnung in der Langen Straße zu flüchten und die Polizei zu informieren. Die rückte mit einem Großaufgebot an dem Hochhaus an. Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes stürmten schließlich gegen 4 Uhr die Wohnung, in der sie den betrunkenen Mann samt Schreckschusspistole vorfanden und in Gewahrsam nahmen. Gegen ihn ermittelt die Kriminalpolizei nun wegen Bedrohung.

Nur wenige Stunden zuvor, in der Nacht zum Sonnabend, hatte das SEK schon einmal ausrücken müssen. Ein 50-jähriger Mann in Groß Klein hatte gegenüber seiner Familie damit gedroht, sich zu erschießen. "Nachdem der unter Alkoholeinfluss stehende Mann eine Pistole in die Hand nahm, konnte seine 18-jährige Tochter, die sich in der Wohnung befand, flüchten", sagt Polizeisprecher Peter Teichert. Sie rief in ihrer Verzweiflung die Polizei zu Hilfe.

Diese richtete vor Ort einen Krisenstab und eine Verhandlungsgruppe ein. Da die Beamten jedoch zunächst nicht in Erfahrung bringen konnten, ob es sich um eine scharfe Waffe handelte, zogen sie auch die Spezialeinsatzkräfte des Landeskriminalamtes hinzu. "Mehrmalige Versuche, mit dem Mann telefonisch in Kontakt zu treten, scheiterten", so Teichert. Gegen 1 Uhr erfolgte daraufhin der Zugriff: Vermummte SEK-Mitglieder stürmten in einer vorbereiteten Aktion die Wohnung des Mannes. Dort trafen sie ihn schlafend und unverletzt an.

Ein Notarzt wies den 50-Jährigen nach der Festnahme zur psychiatrischen Begutachtung in die Nervenklinik in Gehls dorf ein. In seiner Wohnung fanden die Spezialeinsatzkräfte eine Schreckschusspistole und viel Munition dafür. Beides stellten sie sicher. Schreckschusswaffen verschießen normalerweise Gas und können Menschen schwer verletzen.

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