Hafenentwicklung : Seekanal-Vertiefung nimmt erste Prüfungshürde

Große Frachter sollen besser durch den Seekanal kommen.
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Große Frachter sollen besser durch den Seekanal kommen.

Jetzt werden zwei Varianten für das 100-Millionen-Projekt näher untersucht

svz.de von
26. März 2014, 12:00 Uhr

Die Planungen für eine mögliche Vertiefung des Rostocker Seekanals gehen in die nächste Phase. Nach Abschluss der Voruntersuchung sollen jetzt zwei Varianten näher geprüft werden. Diese sehen vor, die Bundeswasserstraße auf bis zu 16,6 Meter beziehungsweise 15,9 Meter auszubaggern. Damit könnten auch Frachter mit bis zu 15 Meter Tiefgang im Seehafen anlegen. Laut Hafenkapitän Gisbert Ruhnke gibt es diesbezüglich großes Interesse, unter anderem aus Schweden, von wo aus Eisenerz nach Rostock transportiert werden könnte.

Damit diese Visionen Wirklichkeit werden, ist die Aufnahme der Seekanal-Vertiefung in den Bundesverkehrswegeplan 2015 Voraussetzung. „Ich bin sehr guter Hoffnung, dass das klappt“, sagt Eckhardt Rehberg, Beauftragter für Maritime Wirtschaft der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Bei der Voruntersuchung habe das Vorhaben gut abgeschnitten. „Auch naturschutzrechtlich ist es unproblematisch – weder FFH- noch Vogelschutzgebiete sind betroffen“, sagt Rehberg. Daher könne das Projekt nach der Bewilligung relativ unproblematisch umgesetzt werden. Der offizielle Zeitplan sieht für Dezember 2015 den Start eines einjährigen Planfeststellungsverfahrens vor. Von April 2017 bis September 2019 könnte dann gebaggert werden.

Allerdings konkurriert Rostock mit anderen Mega-Vorhaben des Bundes, wie beispielsweise der Sanierung des Nord-Ostsee-Kanals für 1,7 Milliarden Euro oder der 400 Millionen Euro teuren Ertüchtigung der Weser. Für das Rostocker Projekt werden die Kosten auf mindestens 100 Millionen Euro beziffert. Allerdings müsse im Wasserbau mit einem jährlichen Anstieg der Ausgaben um fünf Prozent gerechnet werden, so Rehberg.

Er betont: „Unsere Konkurrenz sitzt in Polen.“ Danzig und Swinemünde würden ebenso wie Rostock von der finanziellen Unterstützung der EU profitieren und diese äußerst effizient einsetzen. „Wenn wir die Seekanal-Vertiefung noch hinbekommen, ist Rostock für die nächsten zwei, drei Jahrzehnte exzellent aufgestellt“, so Rehberg. Die Rahmenbedingungen der Hansestadt seien hervorragend – dank A 19, A 20 und einer Eisenbahnstrecke Richtung Berlin, die ab Juni auch für schwere Lasten freigegeben werden soll.

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