Rostock : Sechs Jahre Haft für Kindesmissbrauch

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Gericht spricht Ronny W. schuldig wegen sexueller Übergriffe auf Tochter seiner früheren Lebensgefährtin.

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16. Februar 2018, 21:00 Uhr

Sechs Jahre Haft lautet das Urteil heute gegen den Rostocker Fleischer Ronny W. (38). Das Landgericht hielt ihn des mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch begangen an Schutzbefohlenen für schuldig. Opfer war die zehnjährige Tochter der früheren Lebensgefährtin des Angeklagten.

Für das Gericht war der Tathergang unstrittig. Von 2013 bis 2014 waren der Angeklagte und seine Partnerin verlobt. Anfangs lief alles gut, dann kam es zu Wutausbrüchen des 38-Jährigen mit tätlichen Angriffen. In diese Zeit fielen die sexuellen Übergriffe auf das damals zehnjährige Mädchen. Das hielt alles in einem Tagebuch fest. Bereits damals teilte das Kind seine schrecklichen Erlebnisse der Psychologin mit. Von einer Anzeige wurde Abstand genommen. Die Zehnjährige wollte es nicht. Aus Angst und Scham, vermutete das Gericht.

Die sexuellen Übergriffe des Angeklagten auf das Kind endeten mit einer Gewalttat am 9. Januar 2014 auf die Mutter. Ronny W. fügte ihr in einem Wutausbruch schwere Verletzungen zu. Das Mädchen sah alles und rettete seiner Mutter das Leben, indem es den Notruf tätigte. Ronny W. kam wegen gefährlicher Körperverletzung für 15 Monate in Haft.

Der Angeklagte bestreitet die Tatvorwürfe des sexuellen Missbrauchs. Er habe mit dem Kind nur gekuschelt. Seine ehemalige Lebensgefährtin wolle sich jetzt für die Körperverletzung rächen und benutzt dazu ihre Tochter. Das Gericht wies den von der Verteidigung angenommenen Tatplan zwischen Mutter und Tochter zurück. Die jetzt 14-Jährige habe vor Gericht ihre Aussage gemacht, sagte der Vorsitzende Richter. „Wir halten die Angaben für authentisch.“ Der Richter äußerte sich auch über das eigentümliche Verhalten der Sachverständigen, die ihr schriftliches Gutachten später zurücknahm. Warum sie zu einem anderen Ergebnis kam, habe das Gericht nicht verstanden, denn die besondere Nähe zwischen Mutter und Tochter sei nicht erst in der Verhandlung zutage getreten.

Dass der Angeklagte das Vertrauen eines Kindes aufs Gröbste missbrauchte, wurde als strafverschärfend gewertet. Die Staatsanwaltschaft und Nebenklage waren mit dem Urteil einverstanden. Sie hatten auf 6,5 und 7 Jahre Haft plädiert. Verteidiger Thomas Löcker beantragte Freispruch. Er bleibt der Verteidiger von Ronny W., denn zwei neue Anklagen wegen Gewaltdelikten wurden bereits erhoben.

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