Sear weiht neuen Hauptsitz ein

<strong>Die Geschäftsführer</strong> Thomas Lambusch (l.) und Mayk Wiese setzen auf Wachstum.
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Die Geschäftsführer Thomas Lambusch (l.) und Mayk Wiese setzen auf Wachstum.

svz.de von
01. März 2013, 07:35 Uhr

Schmarl | Mit seinem gestern offiziell in Schmarl eingeweihten neuen Firmensitz will das Industrieunternehmen Sear seine Attraktivität steigern. Und das nicht nur für die Geschäftspartner. "Die Mitarbeiter sollen sich mit ihrem Unternehmen identifizieren können", sagt Geschäftsführer Mayk Wiese. Das sei auch für den Wettstreit um die besten Fachkräfte wichtig und habe im 500 Meter Luftlinie entfernten Ex-Sitz im Sirius-Business-Park gefehlt.

"Der Neubau ist ein Bekenntnis zu Rostock, wir wollen hier weiter wachsen", so Wiese. In den kommenden zwei Jahren rechnen er und sein Partner Thomas Lambusch mit rund 20 Neueinstellungen. Damit würde die Mitarbeiterzahl auf 200 steigen. Etwa 100 von ihnen sind permanent auf den Baustellen in aller Welt unterwegs. Derzeit arbeiten sie beispielsweise an vier Hochspannungs-Gleichstrom-Anlagen in Schweden, zwei konventionellen Kraftwerken in den Niederlanden oder auch einem Wasserkraftwerk in Südafrika. "Der aktuelle Auftragsbestand beträgt rund 56 Millionen Euro, das reicht für 15 Monate Beschäftigung", sagt Lambusch.

Gerade im Bereich industrieller Software verspricht er sich noch Wachstumschancen. Den dafür nötigen Nachschub an gut ausgebildeten Entwicklern stelle unter anderem die Nähe zur Rostocker Universität sicher. Von dort kommen generell viele der jungen Sear-Mitarbeiter. "Wir pflegen seit Jahren enge Kontakte zur Uni und haben viele Werkstudenten und Praktikanten von dort im Unternehmen", so Lambusch. Seit dem vergangenen Jahr bildet die Firma auch wieder aus. "Unser Ziel sind fünf bis sieben Prozent Auszubildende", sagt Lambusch. Das Durchschnittsalter sei bereits jetzt auf 43 Jahre gesunken. Insbesondere bei den Facharbeitern auf den Baustellen strebe Sear eine noch weitere Verjüngung an, ohne dabei auf das Know-how der Erfahrungsträger zu verzichten.

"Wir sagen den Bewerbern sehr offen, was sie erwartet", so Lambusch. Viel reisen gehöre in der Branche einfach dazu. Die Monteure seien 14 Tage vor Ort und hätten anschließend eine Woche frei. "Dafür verdienen sie aber auch gut bei uns", sagt Lambusch. Sear zahle als einziges Unternehmen in ganz Mecklenburg-Vorpommern den Metalltarif, mindestens 2400 Euro. Daher sei die Fluktuation unter den Beschäftigten auch sehr gering. "In zwei Jahren hatten wir nur fünf Abgänge", so Lambusch. Das seien meist junge Familienväter gewesen, die mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollten.

"Sear ist gut aufgestellt und verfügt über hochmotivierte Mitarbeiter", sagt auch Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU). Das Land hat den mehr als fünf Millionen Euro teuren Komplex mit 1,3 Millionen Euro gefördert. "Ich denke, diese Investition wird sich sehr lohnen", so Glawe. Immerhin habe sich das Umsatzvolumen von rund 26 Millionen Euro vor noch wenigen Jahren auf knapp 50 Millionen Euro fast verdoppelt. "Sear hat sich einen guten Ruf erarbeitet", sagt Glawe. Das sei 2006, als Wiese und Lambusch das Unternehmen übernommen hatten, noch nicht absehbar gewesen. Seitdem haben die Mitarbeiter ganze Krankenhäuser, Flughäfen, Hotels und große Unternehmen mit Gebäude- und Industrietechnik ausgestattet. Sie sind dabei auch vom Zweitstandort in Mannheim aus tätig, der seit eineinhalb Jahren existiert.

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