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CSD in Rostock : Schwule und Lesben fordern Akzeptanz

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

3000 Teilnehmer treten beim Christopher Street Day für Gleichberechtigung ein

svz.de von
erstellt am 17.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Vor dem Rostocker Rathaus wehten zum Christopher Street Day (CSD) am Sonnabend die bunten Regenbogenflaggen der Schwulen und Lesben. Und so schillernd wie diese waren auch viele der 3000 Teilnehmer des Demonstrationszugs mit acht Motivwagen gekleidet.

Das Motto des diesjährigen Tages: „Echte Liebe – Echte Vielfalt – Echte Akzeptanz – Echt für Alle“. Ein Wunsch, den alle Akteure teilen, aber der längst noch nicht überall im Alltag Einzug gehalten hat. Nach wie vor sind Lesben und Schwule massiver Ausgrenzung in der Gesellschaft ausgesetzt. Darauf wies auch Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider (SPD) hin, die auf einem Motivwagen mitfuhr.

Zu den Forderungen zählen die Ehe für alle sowie das volle Adoptivrecht für Lesben und Schwule. Die Ehe für alle forderten auch Christian Hakendahl, der selber homosexuell ist und von seiner Kumpelfreundin Laura Jakobi in seinem Ansinnen unterstützt wird. Beide hatten sich als Hochzeitspaar verkleidet.

Studentin Katja, die aus Angst vor Repressalien ihren Nachnamen nicht sagen wollte, kam im Outfit der Regenbogenfraktion. „Alles Familie“ stand auf ihrem Plakat. „Ich bin für Gleichheit in der Partnerschaft, dass alle gleiche Rechte und gleiche Pflichten haben, egal, wie sich die Familie zusammensetzt“, sagt die 26-Jährige. Die selbsternannten Ordensschwestern Irulan und Agnetha bedauerten, dass die schwul-lesbische Bewegung derzeit ein wenig verharrt. „Es ist so, als wären wir in einem Fahrstuhl und stecken zwischen der ersten und zweiten Etage fest“, sagt Irulan. Deshalb seien solche Umzüge und Veranstaltungen notwendig.

Auch Linken-Fraktionschefin Eva-Maria Kröger meldete sich zu Wort: „Familie ist dort, wo Menschen Verantwortung füreinander übernehmen – völlig unabhängig davon, für welche Sexualität sie sich entscheiden, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen oder nach welchem Lebensmodell sie leben.“ Weil das noch keine Selbstverständlichkeit sei, werde es auch in den kommenden Jahren die CSD-Parade geben, bei der die Teilnehmer für die Rechte von Schwulen und Lesben eintreten.

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