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19. November 2017 | 15:31 Uhr

Schwimmkran: Stadt sucht Geldgeber

vom

svz.de von
erstellt am 02.Mär.2012 | 10:13 Uhr

Rostock | Im Streit um die Sanierung des denkmalgeschützten Schwimmkrans "Langer Heinrich" sucht die Verwaltung jetzt nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten. Benötigt werden knapp 500 000 Euro, um das historische Denkmal und seinen Ausleger wieder begeh- und erlebbar zu machen. Mehrere Fraktionen hatten sich dagegen ausgesprochen, die Stadtkasse damit zu belasten. Sie wollen das Geld lieber für andere Projekte einsetzen.

Nun will Kultursenatorin Dr. Liane Melzer (SPD) einen Fördermittelantrag bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz stellen. Sie warnt aber zugleich vor überzogenen Erwartungen: "Erfahrungsgemäß bestehen kaum Aussichten auf die Einwerbung von Fördermitteln." Denn die Stiftung widme sich weniger dem Erhalt technischer Denkmäler, sondern unterstütze eher die Instandsetzung und die Bewahrung von Baudenkmälern. Das gelte auch für die Zuschüsse des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege MV. Und weitere mögliche Geldgeber wie die Ostdeutsche Sparkassenstiftung hätten ihren Fokus auf andere Schwerpunkte gesetzt, beispielsweise auf den Erwerb von Kulturgütern und Sammlungen.

Auch die Förderung des Kultusministeriums beziehe sich eher auf Ausstellungen. So würden wissenschaftliche Recherchen und Kataloge gefördert oder sehr selten und in geringer Höhe Restaurierungskosten für auszustellende Gemälde oder Grafiken erstattet. Melzers Fazit: "Die Reparaturkosten für den Schwimmkran liegen außerhalb des zur Verfügung stehenden Volumens für Projektförderungen."

Trotzdem sei die Stadt als Eigentümerin des "Langen Heinrich" verpflichtet, das 1905 erbaute Kulturdenkmal zu erhalten. Nach den Richtlinien des International Council of Museums (Icom) ist es darüber hinaus auch Aufgabe der Stadt, das ihr anvertraute Kulturgut zu präsentieren. Aus Sicherheitsgründen ist das aber momentan nicht möglich, so Melzer. Denn von der verrosteten Metallkonstruktion des Kranauslegers könnten lose Teile herabstürzen und Besucher verletzen. "Ohne Sanierung darf er nicht betreten werden", so die Senatorin.

Dabei soll der Kran eigentlich Teil des Marineums im IGA-Park werden, das die Bürgerschaft beschlossen hatte. Um dieses Ziel durchzusetzen, schaltet sich nun auch der Förderkreis für das Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum ein. "Unser Vorstand findet das Feilschen um den Betrag zur Erhaltung eines der besten und seltensten technischen Denkmäler Deutschlands für unsere Hansestadt unwürdig", sagt Vorsitzender Werner Molle. Dass die Bürgerschaft nun die Finanzierung für die noch übrige Sanierung streichen will, könne er nicht akzeptieren. Im vergangenen Jahr hatten die Stadtvertreter noch 350 000 Euro bewilligt, für die der Schwimmponton instand gesetzt wurde. Zuvor war dieser leckgeschlagen und drohte zu sinken. "Wir appellieren an die Verantwortung der Bürgerschaft zum Erhalt der maritimen Geschichte unserer Stadt", so Molle.

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