Gesund in Rostock : Schwester Barbara braucht ihre Herzen

Erkrankungen des Herzkreislaufsystems  sind immer noch die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Schwester Barbara Kreutzheide betreut auf der kardiologischen Wachstation Patienten mit Herzleiden.
Erkrankungen des Herzkreislaufsystems sind immer noch die Todesursache Nummer eins in Deutschland. Schwester Barbara Kreutzheide betreut auf der kardiologischen Wachstation Patienten mit Herzleiden.

Auf der kardiologischen Wachstation behält die 29-Jährige ihre Patienten fest im Blick

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13. August 2015, 08:00 Uhr

Rund 2,6 Milliarden Mal – so oft schlägt das Herz in einem 70-jährigen Leben. Durch regelmäßige Kontraktionen versorgt es die Organe und das Gewebe im Körper ausreichend mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut. Doch auch der Herzmuskel kann erkranken. Wenn zum Beispiel ein Herzkranzgefäß nahezu oder vollständig verschlossen ist, kann es zu einem Herzinfarkt kommen. Erkrankungen des Herzkreislaufsystems liegen immer noch an der Spitze der Todesursachenstatistik, weiß Barbara Kreutzheide. Die Krankenschwester arbeitet auf der kardiologischen Wachstation des Klinikums Südstadt. Sie betreut unter anderem Patienten, die nach der Behandlung im Herzkatheterlabor überwacht werden müssen. „Nach einem akuten oder auch subakuten Herzinfarkt können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auftreten“, erklärt die 29-Jährige. „Durch unser Monitoring-System können wir sofort feststellen, wenn Unregelmäßigkeiten auftreten und reagieren.“

Wenn die Patienten aus dem Katheterlabor kommen, müssen sie zunächst sechs bis acht Stunden flach auf dem Rücken liegen. „Das ist für viele das Schlimmste. Der Rücken schmerzt. Aber wenn sie das überstanden haben, geht es ihnen schnell wieder besser“, sagt Kreutzheide. Während der Phase des Liegens würden die Herzenzyme überprüft. „So können wir sehen, wie viel Herzmuskelgewebe vom Infarkt in Mitleidenschaft gezogen wurde“, erklärt die stellvertretende Stationsleiterin. „Danach wird entschieden, welcher Patient welches Mobilisationsprogramm bekommt. Hier arbeiten wir eng mit den Physiotherapeuten zusammen.“ Wichtig sei, dass sich die Patienten mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen. „Sie sollten wissen, was bei einem Infarkt mit ihrem Körper passiert ist. So können sie verstehen, dass auch das Herz Erholung braucht“, betont Schwester Barbara.

In der Regel blieben die Patienten zwei bis vier Tage auf der Herzwachstation. Danach würden sie auf die kardiologische Station verlegt. „Nach einem Infarkt beträgt die Krankenhausaufenthaltsdauer in der Regel sieben Tage. Aber wir behandeln nicht nur Patienten mit Herzinfarkt“, gibt Kreutzheide zu bedenken. Sondern auch solche, die einen implantierten Defibrillator oder einen Schrittmacher bräuchten, also eine Erkrankung der Herzelektrik hätten.

Doch nicht nur der lebensbedrohte Notfall-Patient käme in die Klinik. „Wir haben auch geplante Aufnahmen. Sie kommen zum Beispiel zur Elektrokardioversion, die häufig bei Patienten mit Vorhofflimmern angewandt wird“, erklärt die 29-Jährige, die bereits ihre Ausbildung am Klinikum Südstadt absolviert hat. Für Barbara Kreutzheide kam nie etwas anderes infrage als in der Kardiologie zu arbeiten. „Ich brauche meine Herzen. Und das Schöne ist: Man bekommt die Patienten in den meisten Fällen wieder ganz gut hin“, sagt sie.

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