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12. Dezember 2017 | 05:42 Uhr

Schwedisches Ehepaar erlebt Happy End nach der Sail

vom

svz.de von
erstellt am 14.Aug.2013 | 08:15 Uhr

Rostock/Göteborg | Die Hanse Sail war für Besucher in diesem Jahr ein tolles Erlebnis. Für das schwedische Ehepaar Per und Carolina Westlund hätte sie aber beinahe einen großen Verlust bedeutet. Nach einem Segeltörn auf der Brigg "Mercedes" verlor Carolina beim gemütlichen Ausklang im Braugasthaus Zum Alten Fritz ihren liebsten Besitz. Da Gastfreundschaft aber auch über die Sail hinaus geht, gibt es für die beiden jetzt doch ein Happy End.

Für Per Westlund (41) war es eine kleine Geschäftsreise, auf die er seine Frau (36) mitnehmen konnte. Als Gäste der Kloska Group waren sie am Freitag mit der "Mercedes" auf der Hanse Sail unterwegs. Mit Geschäftspartnern und Kollegen ließen sie den Abend im Braugasthof ausklingen, aßen eine Kleinigkeit und bestellten Bier, es wurde ein gemütlicher Abend. "Meine Frau hat mit mir gescherzt und zu einem Kollegen gesagt: ,Nein, nein ich bin nicht verheiratet’", erzählt Per. Dazu nahm sie den Ring ab und er fiel ihr runter - genau zwischen die hölzernen Latten der erhobenen Außenterrasse. Aber einfach dazwischen zu greifen, war nicht machbar. Auch Kellnerin Nelly Welzkopp kam bei allen Bemühungen nicht ran. Ein Albtraum für Carolina Westlund. "Meine Frau war so traurig und ich damit auch." Vor elf Jahren hat sie ihren "Peppe", wie sie Per nennt, geheiratet. Datum und Namen - 3. August 2002 - sind eingraviert in den verzierten zweikaratigen Ring aus 585-iger Gold.

"Die Frau hat geweint und unsere Kellnerin hat sie noch in den Arm genommen und getröstet", erzählt Braugasthof-Chef Klaus-Peter Augsten, der wiederum seine Kellnerin beruhigen musste, die unbedingt helfen wollte.

Aber gegen 22.30 Uhr am Freitagabend bei laufendem Betrieb konnte er die Terrasse nicht auseinanderbauen lassen, sagt Augsten, und auch die nächsten Sail-Tage wurde es nicht ruhiger. Dennoch telefonierte er täglich mit dem besorgten Ehemann, versprach, dranzubleiben. "Ich war verzweifelt", sagt Per Westlund. Sie mussten aus Rostock wieder abreisen und aus Göteborg an den Ring zu kommen, schien nicht wahrscheinlich. "Es mag kein teurer Ring sein, aber er bedeutet Carolina und mir sehr viel", sagt er.

"Der ideelle Wert ist natürlich groß. Ich bin auch seit 29 Jahren verheiratet und verstehe das gut", sagt Augsten. Würde seine Frau ihren Ring verlieren, wäre es für beide genauso schlimm. Damit war es klar: Sobald es geht - und damit erst nach der Sail - sollte die Terrasse geöffnet werden. Gestern Morgen wurde Hausmeister Siegfried Colmsee fündig. "Er hat auf allen Vieren gesucht", sagt Augsten und drei Latten rausbauen müssen. "Wir freuen uns, dass der Ring wieder da ist", sagt der Chef. Das ganze Team hat mitgefiebert.

Augsten hat sofort Per Westlund angerufen und der seine Frau. "Das ist wirklich ein glückliches Ende. Ich freue mich, den Ring noch einmal an Carolinas Finger zu stecken", sagt der glückliche Ehemann. Augsten schickt den wiederbeschafften kleinen Schatz des glücklichen Paares nach Schweden. Den Aufwand will er nicht honoriert haben: "Nächstes Jahr kommen die beiden wieder und dann trinken wir ein schönes Bier darauf."

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