zur Navigation springen
Norddeutsche Neueste Nachrichten

16. Dezember 2017 | 02:45 Uhr

Schwebender Kubus für alte Hafenbahn

vom

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2013 | 07:27 Uhr

Rostock | Parallel zur Herweghstraße, über den Bahnhof, mit einer Unterführung die Straße Am Vögenteich kreuzend, westlich vorbei am Stadtzentrum und zum Stadthafen führte von 1889 bis 1936 die Hafenbahn. Die alte Hafenbahnmauer und die Unterführung in die Wallanlagen hinein sind heute noch erhalten, aber inmitten der Stadt und mit Graffitis besprüht leicht zu übersehen. Rostocker Architekten wollen das jetzt ändern, das historische Zeugnis in einen besonderen Bau mit Wohn- und Geschäftsräumen miteinbeziehen, ihn dadurch sichtbar machen.

"Das Gebäude wird zum Teil über der alten Hafenbahn schweben, um eine Zäsur zwischen Altem und Neuem zu schaffen, um dem historischen Denkmal Raum zu geben", sagt Architekt Michael Carewicz.

Es soll ein 18 Meter langer, 18 Meter breiter und 21 Meter hoher Kubus mit 300 Quadtratmetern Nutzfläche enstehen. Das Gebäude wird oberhalb der Hafenbahn auf einem gläsernernen Sockel ruhen, vier Geschosse, ein zusätzliches Staffelgeschoss und eine Tiefgarage haben. An der Hafenbahn soll auch, so die jetzige Planung, ein verglaster Schaukasten über ihre Geschichte informieren. "Durch den schwebenden Kubus wird das Gebäude eine enorme Spannung und hoffentlich auch Anziehungskraft haben", sagt Carewicz. Interesse von potenziellen Nutzern an dem nach Schätzungen mehr als eine Million Euro teuren Gebäude gibt es schon jetzt. Auch die verschieden Gremien sind mit den Plänen einverstanden.

Damit die Nutzer des Hauses in ihre Tiefgarage gelangen können, dürfen sie den Gehweg in voller Breite überfahren. Der Ortsbeirat Stadtmitte sprach sich für das gesamte Vorhaben aus. Und sogar das Expertengremium, der Gestaltungsbeirat, hatte keine wesentlichen Einwände, sondern riet dazu, "das Gebäude genauso zu bauen", sagt Carewicz. "Vor uns steht die große Aufgabe der Umsetzung. Von der Konstruktion her ist das eine sehr ehrgeizige Aufgabe", betont er aber auch. Noch in diesem Jahr wollen die Investoren mit dem Bau beginnen. Für die Gestaltung rund um den Komplex sind die Architekten nicht zuständig, es bleibt abzuwarten, ob die Stadt reagiert.


Ausschreibung und Vorgaben
Die Rostocker Gesellschaft für Stadterneuerung und -entwicklung (RGS) hat das Grundstück an der August-Bebel-Straße, Ecke Schröderstraße/Am Vögenteich im Auftrag der Hansestadt Rostock im Mai 2011 öffentlich ausgeschrieben. Die Vorgaben für eine Bebauung richten sich nach dem dort seit dem Jahr 2000 gültigen Bebauungsplan. Die Fläche liegt im so genannten City-Entwicklungsbereich Karlstraße. Ende 2011 bekam der heutige Bauherr den Zuschlag. Eine andere Grundstücksfläche an der Ecke Am Vögenteich/August-Bebel-Straße wurde von der RGS in diesem Jahr wiederholt ausgeschrieben. Es sind mehrere Bewerbungen eingegangen, die gerade ausgewertet werden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen