Wild : Schwarzkittel werden zur Plage

Die Suche nach Futter führt Wildschweine auch in bewohnte Gebiete.
Die Suche nach Futter führt Wildschweine auch in bewohnte Gebiete.

Jagdbeirat empfiehlt, Frischlinge und Überläufer zur Strecke zu bringen

von
30. November 2015, 21:32 Uhr

Die Jägerschaft ist alarmiert. Auf seiner Herbstsitzung hatte der Jagdbeirat des Landkreises Rostock gegenüber dem Vorjahr eine erhebliche Zunahme von Schwarzwild festgestellt. Entsprechend sind auch die Wildschäden leicht gestiegen. „Das ist die eine Seite. Mehr fürchten Jäger und Veterinäre, dass die Afrikanische Schweinepest von Osteuropa auch auf Deutschland überschwappt“, sagt Kreisjägermeister Heinz Stegemann.

Als Konsequenz des Wildanstiegs empfiehlt der Beirat – das ist ein Gremium, dem neben Jägern auch Vertreter aus der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft, der Fischereiwirtschaft, dem Naturschutz und dem Veterinärwesen angehören – eine stärkere Bejagung des Nachwuchses der Schwarzkittel. „Das Ziel ist, etwa 80 Prozent der Frischlinge und Überläufer – das sind männliche und weibliche Schwarzkittel im Alter von ein bis zwei Jahren – zur Strecke zu bringen“, erklärt Stegemann. Empfohlen wird eine noch engere Zusammenarbeit zwischen den Jägern, den Forstämtern sowie den Eigentümern und Bewirtschaftern von landwirtschaftlichen Flächen.

Dabei ist das Vorkommen der zumeist in Rotten von 10 bis 30 Tieren auftretenden Wildschweine im Landkreis Rostock sehr unterschiedlich. „Meist richtet sich das nach der Futterlage. Wenn Mais angebaut wurde und Eichen und Buchen in Vollmast stehen, ist für die Tiere mehr als ausreichend Nahrung vorhanden“, weiß der Kreisjägermeister. Der kennt noch einen weiteren Weg zur Reduzierung des Schwarzwildes. „Wir müssen auf den Nachwuchs bauen. Es muss gelingen, noch mehr junge Menschen aus der Land- und Forstwirtschaft für das Waidwerk zu begeistern“, thematisiert der Kreisjägermeister eine Problematik. Da ist es für ihn erfreulich, dass im Oktober ein mit 16 Teilnehmern gut besuchter Lehrgang des Kreisjagdverbandes Güstrow im Wildpark begonnen hat. „Im Oktober 2016 startet ein neuer Kurs“, blickt Stegemann schon mal voraus.

Organisatorisch gibt es im Landkreis Rostock zwei Kreisverbände. Dem Güstrower gehören knapp 1000 Mitglieder an. Zirka 1700 Jäger zählt der Kreisjagdverband Bad Doberan, in dem auch die Jäger aus der Hansestadt Rostock organisiert sind.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen