Infozentrums der Seenotretter Warnemünde : Schwammbefall verzögert Arbeiten

<strong>Der verschimmelte Balken </strong> ist deutlich zu erkennen.
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Der verschimmelte Balken ist deutlich zu erkennen.

Bei den Umbauarbeiten des Infozentrums der Seenotretter in Warnemünde hat man den gefährlichsten Schädling eines Bauwerkes entdeckt - den Hausschwamm. Der Umbau wird sich daher bis Oktober hinziehen.

svz.de von
24. Juli 2012, 11:34 Uhr

Warnemünde | Hiobsbotschaft für die Umbauarbeiten am Informationszentrum der Seenottretter, Am Leuchtturm 1: "Wir haben einen Hausschwamm entdeckt, das ist der gefährlichste Schädling, den es für ein Bauwerk geben kann", sagt Architekt Enno Zeug. Jetzt muss dieser Schwamm restlos beseitigt werden, damit er sich nicht erneut ausbreitet, das wäre das Ende für das historische Bauwerk. Dazu wird die Wandoberfläche speziell behandelt. Die vergammelten Balken und Stellen müssen ausgetauscht werden. "Teilweise müssen wir dadurch neue Wände errichten", sagt Zeug. Diese Diagnose wird die Arbeiten am Sitz des Informationszentrums der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) verzögern. "Wir hoffen, dass wir im Oktober fertig sind", sagt Jörg Westphal, Leiter des Zentrums.

Im unteren Bereich entsteht das neue Informationszentrum der DGzRS. Der vorhandene Platz wird dann besser zu nutzen sein. "Wenn wir große Gruppen zu Besuch hatten, ist es in der Vergangenheit immer sehr eng geworden", sagt Westphal. Darauf ist Architekt Enno Zeug mit seinen Planungen eingegangen. Der Leiter bekommt ein kleineres Büro, dafür wird der Besucherraum wir großzügiger gestaltet und erhält an der Seite auch noch Flächen, auf denen die Gäste sitzen können. Diese werden gleichzeitig zur Unterbringung von Ausstellungs-Exponaten dienen. Ein Novum im Haus ist die Heizungsart: "Wir installieren hier eine Deckenstrahler-Heizung, die ist für die Leistung später sehr effektiv, denn es werden von oben alle Bereiche erreicht", sagt Zeug.

Bei aller Bautätigkeit verliert Westphal einen Anlass nicht aus den Augen: "Wir wollen uns mit einer Ausstellung auf den 100. Todestag des Lotsenkommandeurs Stephan Jantzen einstellen", sagt er. Dafür sind auch Zeitdokumente wie alte Fotos, Briefe oder sonstige Gegenstände willkommen. Sie müssen nicht im Original abgegeben werden, auch ein Kopie hilft. Den ersten Baustein hat Westphal schon sicher: Bei den Arbeiten wurde ein Zeitungsrest vom 4. Juli 1914 gefunden. Der soll nun Teil der Ausstellung werden.

Was dem Haus hingegen noch fehlt und was dringend gesucht wird: "Es soll später eine Fahne mit unserem Logo auf dem Dach wehen", sagt Westphal.

Nach dem Umbau werden oben zwei Appartements für die Männer vom Seenotretter "Arkona" geschaffen, der am Alten Strom liegt. Dann haben die Männer - wie damals der Namenspatron des Hauses - auch einen guten Blick auf die See und sind bei Notfällen per Funk ganz schnell wieder an Bord ihres Seenotretters.

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