prävention : Schulstunde auf dem Bahnsteig

Den Bahnübergang meistern Jonas, Lucas, Leif und Luca mit Waldemar Waldeck (v. l).
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Den Bahnübergang meistern Jonas, Lucas, Leif und Luca mit Waldemar Waldeck (v. l).

Grundschüler aus Bentwisch lernen richtiges Verhalten bei vorbeifahrenden Zügen

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15. März 2015, 08:00 Uhr

Langsam werden die Konturen des roten Regionalzugs deutlich. Nur noch wenige Minuten und er kommt auf den Gleisen in Bentwisch an. „Aufgepasst, wenn ein Zug in den Bahnhof einfährt, muss man sich hinter der weißen Linie des Bahnsteigs befinden. Und wisst ihr, warum?“, fragt Olaf Deichmann von der Polizeilichen Kriminalprävention der Bundespolizei die Schüler der vierten Klasse der Grundschule Bentwisch. „Weil die Bahn so schnell fährt und uns sonst mitzieht“, rufen die Neun- und Zehnjährigen wie aus einem Mund.

Bei einem Aktionstag mit den Polizisten haben die Grundschüler gelernt, wie man sich am Bahnsteig und am -übergang verhalten muss. „Dieser Tag ist sehr wichtig für unsere Kinder, denn viele von ihnen müssen auf dem Schulweg am Bahnübergang vorbei oder sogar irgendwann mit der S-Bahn fahren“, sagt Klassenlehrerin Sylvia Hoffmann. Jedes Jahr veranstaltet die Schule für die 85 Schüler der ersten bis vierten Klassen einen solchen Tag. Zuvor wurde während einer Unterrichtsstunde mit den Beamten die Theorie durchgenommen – und musste nun angewendet werden.

Drei Stationen müssen die Kinder durchlaufen: Zuerst der Bahnsteig und dann den Übergang. Dort lernen die Mädchen und Jungen, dass sie mindestens drei Schritte – etwa drei Meter – von den Schranken entfernt stehen müssen, wenn ein Zug kommt. Plötzlich ertönt das Alarmsignal. Die Ampel blinkt rot. Die rot-weißen Schranken senken sich. Laut zählen die Kinder die Schritte – und dann warten sie. Ein ICE fährt an ihnen vorbei und zieht einen starken Sog mit sich. „Wow – der war aber schnell und voll laut“, ruft einer der Jungen.

Bei der dritten Etappe begutachten die Kinder ein Unfallauto. „Dieses ist von einem echten Vorfall und wurde uns überlassen. Denn wir brauchen den Kleinen nicht vorzurechnen, wie schnell und somit gefährlich ein Zug ist. Das zerstörte Wrack zeigt das ausreichend“, sagt der Beamte Thomas Stanulla.

Der zehnjährige Leif Bomber ist nun jedenfalls für den Schulweg gewappnet: „Ich muss genau über diesen Bahnübergang fahren oder gehen. Das heute hat mir sehr geholfen. Ich weiß jetzt Bescheid und kann das richtig machen.“

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