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Norddeutsche Neueste Nachrichten

20. November 2017 | 09:07 Uhr

Rostock : Schulen kämpfen mit Unterrichtsausfall

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Laut Statistik des Bildungsministeriums stehen die Grundschulen in der Hansestadt aber verhältnismäßig gut da.

von
erstellt am 27.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Die Ferien sind vorbei – doch wie viel Unterricht findet tatsächlich in Rostock statt? Erstmals liegt eine Aufschlüsselung zum Unterrichtsausfall vor, nach der an den Rostocker Grundschulen im Verhältnis zu den anderen Schularten relativ wenig Unterricht gestrichen wird. Der durchschnittliche landesweite Schulausfall betrug im Schuljahr 2012/2013 an den allgemeinbildenden Schulen rund zwei Prozent (ohne Lehrerstreiks und ähnliches), an beruflichen Schulen 4,9 Prozent. Das besagt die Statistik, die das Bildungsministerium auf Anfrage der Landtagsfraktion der Grünen zum Unterrichtsausfall an den allgemeinbildenden und öffentlichen Schulen vorgelegt hat.

Die Grundschulen im Landkreis Rostock liegen sogar alle unter dem Landesdurchschnitt. Negativer Spitzenreiter in Rostock ist hingegen die Berufliche Schule Alexander Schmorell in der Südstadt mit einer Ausfallquote von 10,3 Prozent. Als Schule mit dem geringsten Unterrichtsausfall – gerade einmal 0,1 Prozent – darf sich das Förderzentrum am Wasserturm bezeichnen.

Auch die Grundschule Ostseekinder steht mit einer Ausfallquote von 0,2 Prozent bestens da. „Wir tun viel für die Lehrergesundheit – etwa durch Fortbildung und ein gutes Miteinander“, sagt Schulleiterin Christina Ritter. Wenn doch mal eine Stunde ausfalle, dann aufgrund von Krankheit. Für solche Fälle greift sie auf zwei Pädagogik-Studenten von der Landesvertretungsliste zurück. Als Manko bezeichnet sie die Förderstunden, die für die Vertretung drauf gehen: „Ein Lehrer, der sonst nur zwei Schüler fördert, muss im Vertretungsfall eine ganze Klasse unterrichten“, so Ritter. Und sie räumt ein, dass der Vertretungsunterricht nicht immer so gut wie die Regelstunde sei. Denn: „Teilweise werden ein Viertel und mehr der Stunden als so genannte ,Stillarbeit’ vertreten“, sagt Ulrike Berger, bildungspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der Grünen. Stadtelternrat Max Raudszus bezeichnet Stunden ohne Fachlehrer als „nicht erteilten Unterricht“. Sein Wunsch: „Möglichst kleine Klassen, um zusätzliche Belastung zu vermeiden.“

Wie entstehen die teilweise erheblichen Unterschiede an einzelnen Schulen? „Ursachen sind etwa fehlende ausgebildete Vertretungslehrer für eine befristete Tätigkeit in den Förder- und Grundschulen und in Fächern wie Musik und Mathe“, sagt Henning Lipski, Sprecher des Bildungsministeriums. Außerdem träten Erkrankungen nicht an allen Schulen in gleicher Weise auf. Und Einrichtungen, an denen jüngere Kollegen tätig sind, müssten Mutterschutz und Elternzeit kompensieren – auch die Verteilung dieser Kollegen sei unterschiedlich, so Lipski.

Darüber hinaus könnten Bauarbeiten ein Grund für die Ausfälle sein: „Dies betraf die Berufliche Schule Wirtschaft“, sagt der Ministeriumssprecher. Im Ernstfall verweist er auf den Vertretungslehrer-Pool: „Schulämter und Schulen können beim Bildungsministerium ihren Vertretungslehrerbedarf veröffentlichen“, sagt Lipski. Interessenten könnten sich in den Schulen bewerben, da die Auswahl für befristete Tätigkeiten den Schulen übertragen werde. Das Staatliche Schulamt koordiniere und unterstütze die Bildungseinrichtungen, die keine eigene Lösungsmöglichkeit haben.

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