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Projekt am Erasmus-Gymnasium : Schüler geben Technik-Tipps

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Jeden Mittwoch ab 10 Uhr helfen Jugendliche des Erasmus-Gymnasiums Senioren bei ihren Problemen mit Computer und Smartphone #wirkoennenrichtig

von
erstellt am 02.Feb.2017 | 11:55 Uhr

Mit ruhiger Stimme erklärt der 16-jährige Philip Buskall Peter Woest die Funktionen des kleinen silbernen Laptops vor ihm. Der 82 Jahre alte Rentner bekam das Gerät zu Weihnachten geschenkt und muss sich noch mit der Technik und den verschiedenen Tastenkombinationen vertraut machen. „So nach und nach verstehe ich es“, gibt Woest zu und ergänzt: „Es ist schön, dass wir nicht nur die Erklärungen hören, sondern die jungen Menschen direkt am Gerät zeigen, wie es funktioniert.“

Wahlpflichtunterricht wird zum Projekt

Dafür ist das Projekt Schüler für Senioren am Erasmusgymnasium in Lütten Klein da. „Mit den neuen technischen Entwicklungen haben Senioren einfach manchmal Probleme, das ist ja ganz klar. Deswegen finde ich, ist es die Aufgabe von uns jungen Menschen, ihnen das zu erklären“, sagt Jannic Paul Pfeiffer. Mittwochs in der Zeit von 10 bis 11.30 Uhr stehen der 15-Jährige und seine Mitschüler den älteren Leuten mit Rat und Tat zur Seite, helfen bei persönlichen Smartphone-Einstellungen oder beim Herunterladen von Programmen auf den Laptop. „Es ist nicht nur für die Senioren gut, sondern hilft auch uns Schülern dabei, unsere Vortragsart zu verbessern“, so Jannic Paul Pfeifer.

Der Rostocker Verein In Via bietet in Kooperation mit dem Erasmus-Gymnasium das Projekt  „Ran an’s Netz – Schüler für Senioren“ an. Der Kurs findet mittwochs von 10 bis 11.30 Uhr im Computerkabinett der Schule statt. Weitere Informationen gibt es im Internet unter: www.webpagefactory.de/dev5/vier/projekte/

Entstanden ist das Projekt während des Wahlpflichtunterrichts an der Schule im Jahr 2004. Zu Beginn wurden die Computer-Kurse vor allem im Institut für neue Medien in der Frieda 23 angeboten. „Die Mädchen und Jungen sind teilweise nach einem Achtstundentag in der Schule nachmittags dort hin gefahren“, erklärt Kornelia Pätz, Informatiklehrerin am Erasmusgymnasium. Von den Schülern selbst wurde dann angestoßen, die PC-Stunde ans Gymnasium zu verlegen. „Zunächst hatten wir feste Themengebiete. Aber die Fragen erstreckten sich über Internet, SMS, E-Mail, social Network – eben alltägliche Probleme, die individuell bearbeitet werden müssen. Aus diesem Grund entschlossen sich die Jugendlichen, einfach eine persönliche Beratungsstelle einzurichten“, so Pätz weiter. Dadurch sei es zwar nicht so strukturiert wie eine Referatsvorbereitung oder eine Unterrichtsstunde, aber die Jugendlichen beweisen sich darin, spontan Lösungen zu finden.

Mittlerweile sind die Stunden so gut besucht, dass meist vier bis sechs Schüler die Senioren betreuen. „Es haben sich auch noch mehr Schüler gemeldet, die gegebenenfalls als Springer mal aushelfen können, aber bisher reichte diese Anzahl immer“, erklärt Lehrerin Kornelia Pätz. Das Projekt ist für Schüler der Klassen 9 und 10 vorgesehen. „So ist es dann auch der Fall, dass die älteren Schüler die jüngeren anleiten und ihr Wissen beziehungsweise ihre Erfahrungen weitergeben. Das stärkt Selbstständigkeit und leitet zum verantwortungsbewussten Umgang untereinander an“, ist sich Lehrerin Pätz sicher.

Am Ende des Unterrichts verabschieden die Schüler ihre „Schüler“ – die Senioren – und sind schon gespannt auf die Fragen in der nächsten Woche.

 

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